Die Polizei in Santa Cruz testet eine Software, die Verbrechen vorhersagen kann. Was klingt wie Minority Report hat allerdings nichts mit mental begabten Kindern zu tun, die in Tanks liegend Verbrechen weissagen. Vielmehr mit einer menge Statistik, Wahrscheinlichkeitsberechnung.

Entwickelt wurde die Software von George Mohler an der Universität von Santa Clara. Sie benutzt die Orte, an denen in der Vergangenheit Verbrechen begangen worden sind, um die Orte vorherzuberechnen, an denen in der Zukunft welche gesehen werden. Die Idee dahinter ist recht einfach: Ein Einbruch an einem Ort hat die Eigenschaft andere Einbrüche am selben Ort in den nächsten Tagen auszulösen.

Durchschnittlich schaffte es die Software 25 Prozent der Einbrüche mit Ort und Zeit vorherzusagen, die an einem bestimmten Tag in den Jahren 2004 und 2005 in einem Gebiet in Los Angeles stattfanden. Dazu wurden nur die Daten der Einbrüche genutzt, die am Tag zuvor geschehen waren.

Das Programm markiert bis zu 10 Gebiete mit einer Größe von 150 Quadratmetern für drei verschiedene Verbrechen: Einbruch in Häuser, Einbruch in Autos und Autodiebstahl. Die Polizei kann dann ihre Streifenfahrten auf diese Gebiete abstimmen und sich diese Orte genauer ansehen, um dem Verbrechen Einhalt zu gebieten, bevor es passiert. Die Idee dahinter ist, dass die Verbrecher sich weniger kriminell verhalten werden, wenn sie sehen, dass die Polizei schon vor Ort ist. Das System hat damit also zwei Funktionen: Zum einen die Vorhersage von Ort und Zeit eines Verbrechens, zum anderen die Erhöhung des psychologischen Drucks auf potenzielle Verbrecher, um sie von ihrer Straftat abzuhalten, bevor sie passiert.

Das klingt schon viel weniger nach Minority Report, zumal im Film die Verbrechen immer nur recht kurz vor der Tat geweissagt wurden. Die Software schafft es, zumindest für die drei erwähnten Verbrechenstypen, schon einen Tag vorher.