Bereits Anfang des Monats kam aus den Kreisen des Vatikans die Meldung, dass das Internet, dank seiner großartigen Möglichkeiten, an allerlei Informationen heranzukommen, Satanisten produziert. Jetzt sollen alle Menschen, die zu technikgläubig sind, in die Hölle fahren.

Dabei geht es nicht mal zentriert um das Internet. Die Technologie, mit der wir uns tagtäglich beschäftigen, ist selbst Ziel des päpstlichen Zorns. Wir werden immer gottgleicher und wenn wir so weiter machen, dann droht uns allen die ewige Verdammnis.

„Seit Anbeginn der Zeit - und das ist auch heute noch wahr - sind Männer und Frauen erfüllt von dem Wunsch ‚zu sein wie Gott‘, um die Höhe Gottes mit ihren eigenen Kräften zu erreichen. Die Menschheit hat so viele Dinge erreicht: Wir können fliegen! Wir können andere sehen, hören und mit ihnen sprechen, die am entferntesten Ende der Welt leben. Und jetzt ist es die Gravitation, die die Macht hat, uns nach unten zu ziehen.“

Sofern die Menschen eine Beziehung zu Gott wollen, müssen sie zuerst „den Stolz ablegen, so werden zu wollen wie Gott.“

Wie uns nun Technologie nach christlichen Maßstäben gottgleich macht, ist allerdings nicht klar. Natürlich können wir alles googlen, aber macht uns das allwissend? Und nur weil man in virtuellen Welten alles designen kann, was die Speicherkapazität hergibt, ist man auch noch lange nicht allmächtig. Vor allem aber die göttliche Allgüte, die ja auch im Kern ein Problem der Theodizee-Frage ist, dürfte für den Menschen unmöglich mit Hilfe von Technologie zu erreichen sein.

Hinter Technologie eine Möglichkeit vermuten, Gott ähnlicher zu werden, sagt allerdings auch viel über das Technikverständnis der römisch-katholischen Kirche aus. Das kann nämlich nicht all zu ausgeprägt sein.