Microsoft Windows ist ein globales Produkt. Die Mehrzahl der Haushalte und Unternehmen dieser Welt setzen ein Betriebssystem dieser Reihe auf ihren Rechnern ein. Damit das überhaupt möglich war, wurde Windows in vielerlei Sprachen übersetzt.

Seit Oktober gibts Windows jetzt auch in Mapudungun, die Sprache des indigenen chilenischen Volkes der Mapuche. Nachdem diese unter Diktator Pinochet bereits massiven Repressalien ausgesetzt waren, fühlen sie sich nunmehr von Microsoft und dem nationalen Bildungsministerium übergangen. Während der Softwaregigant davon spricht, mit diesem Schritt den Mapuche ein Fenster zur Welt geöffnet zu haben, interpretieren Vertreter der circa 200.000 bis 400.000 Menschen fassenden Volksgruppe diesen als kulturelle Piraterie und schickten prompt einen Brief an Bill Gates persönlich, und klagten ihn.

Der Vorwurf: Microsoft habe sich ohne ihre Zustimmung oder Mitwirkung ihrer Sprache bemächtigt. Ein interessanter Prozeß rund um die Behandlung von Sprache als kulturellem Eigentum steht uns also ins Haus. Von Microsoft gibt es bisher noch kein Statement zu dieser Causa.