Cosplayer machen Angst, große Angst. Genauer gesagt versetzte ein 'Assassin's Creed'-Cosplayer die beschauliche Stadt Rottweil in absolute Panik. Schüler waren starr vor Angst, Eltern fürchteten um ihre Kinder und die Polizei wollte ihn unbedingt festnehmen.

Kurioses - Assassine versetzte das verschlafene Städtchen Rottweil in absolute Panik

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Der geheimnisvolle Assassine (Bild von nrwz.de)
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Cosplay, jap. コスプレ (kosupure), steht für Costume Play, also für das Verkleiden, wobei man versucht, einem Vorbild nachzueifern. Dabei können die Charaktere aus allen Medien kommen. Besonders beliebt sind aber Anime- und Videospielecharaktere.

Und ein solcher Cosplayer, wobei es zu Beginn nicht sicher war, ob es sich bei der Person um einen Mann, einen Jugendlichen oder gar eine Frau handelt, hat sich den denkbar schlechtesten Ort für so ein Cosplay ausgesucht - Rottweil, die älteste Stadt Baden-Württembergs, einst von Römern gegründet und heute eine knapp 25.000 Einwohner fassende Große Kreisstadt.

Vor einigen Tagen ist die Person, die eindeutig als Altair aus Ubisofts Assassin's Creed verkleidet war, in der Gegend des Rottweiler Schulcampus gesichtet worden. Eine anonyme Warnung über Facebook, die lautet: "Wenn ich auch nicht alle erwische, dann so viele wie möglich...", und die Behauptung, er habe ein blutiges Messer bei sich getragen, haben jedenfalls massive Wirkung gezeigt: Ganz Rottweil wurde in Panik versetzt.

Ein Mädchen soll sich bei der Begegnung derart erschrocken haben, dass sie im Krankenhaus behandelt werden musste. Eltern fürchteten um das Leben ihrer Kinder, Schüler erschraken sich zu Tode. "C - Eine Stadt sucht ihren Cosplayer".

Die Polizei warnte bereits vor allzu übertriebener Panikmache. Schließlich gab es keinerlei Hinweise darauf, dass der Unbekannte irgendwelche Straftaten geplant habe. Was will denn auch ein Assassine in einer Römerstadt?

Peter Arnegger, der Herausgeber der Neuen Rottweiler Zeitung, hatte sich bereits in einem offenen Brief direkt an den unbekannten Cosplayer gewandt. Darin zeigte er sich verständnisvoll, eklärte, dass er wahrscheinlich nichts Böses vorhatte, dass er ein einfacher Fan und Cosplayer sei und das Verkleiden nur zu seinem Vergnügen diente. Doch er bat ihn auch um Verständnis dafür, dass er die Bewohner der idyllischen Stadt Rottweil in Angst und Schrecken versetzt hat. Er solle sich doch bei der Polizei melden, um die Sache aufzuklären.

An sich möchte man eigentlich meinen, dass das Bild von Cosplayern in Deutschland mittlerweile gang und gäbe sein sollte. Schließlich gibt es jede Woche irgendwo ein Treffen für Cosplayer, die ihre teils farbenprächtigen und aufwendigen Cosplays vorführen. Neben der alljährlichen Animagic, gibt es weitere Events für Cosplayer, so die Hanami oder Animuc. Selbst vor der Frankfurter und Leipziger Buchmesse und der Spielemesse Gamescom machen sie keinen Halt mehr. Auch auf der diesjährigen Gamescom wird es wieder einen gesonderten Bereich für Cosplayer geben: Das Gamescom Cosplay Village, das es 2013 zum ersten Mal in Köln gab. Ubisoft veranstaltet dort sogar einen offiziellen Ubisoft-Cosplay-Wettbewerb. Da werden ganz sicher auch einige antanzen, die in Kostümen stecken, die denen aus der 'Assassin's Creed'-Reihe ähneln sollen.

Vielleicht war der aufsehenerregende Schaulauf in Rottweil ja auch nur eine Art Generalprobe für den unbekannten Cosplayer. Aber es sieht so aus, als hätte er sich mit Rottweil die falsche Stadt dafür ausgesucht. Und das, obwohl die Fasnet-Hochburg Rottweil jedes Jahr von Verkleideten belagert wird, und auch dort Treffen für Animefans stattfanden und -finden. Sommerloch ahoi!

Mittlerweile hat sich die ganze Sache auch bereits wieder aufgeklärt. Der Unbekannte hat dem öffentlichen Druck nachgegeben und sich bei der Polizei gemeldet. Es handelt sich dabei um einen 25-jährigen Mann, der, wie bereits vermutet, lediglich Cosplay betrieb und keinesfalls für Aufregung sorgen wollte. Er hat der Polizei sein Kostüm überlassen. Das Kostüm selbst hat er sich wohl im Internet bestellt, und wollte damit einfach nur mal über die Wiese laufen. Und das sei laut Polizei schließlich "nicht ansatzweise strafbar".

Aber gut, dass er sich nicht so einen Scherz erlaubt hat:

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