Kickstarter ist im Moment in aller Munde. Die Crowdfunding-Seite wird selbst von namhaften Personen als Möglichkeit genutzt, Projekte zu finanzieren, die für viele Studios zuviele Risiken bergen oder einfach zu ambitioniert, sprich zu publikumsfremd sind. Auch im Bereich Games haben sich schon Größen direkt an die Fans als Geldgeber gewendet. So zum Beispiel Grim Fandango-Schöpfer Tim Schafer oder jüngst Chris Roberts, der mit seinem Aufruf für sein ambitioniertes Projekt Star Citizen rund 6.8 Millionen Dollar einnehmen und damit einen neuen Rekord aufstellen konnte. Doch nicht alle haben Glück auf Kickstarter.

Nicht ganz so rosig sieht es momentan für Peter Molyneux aus, der auf Kickstarter Geld für sein Populous-inspiriertes Spiel Godus sammeln will. Momentan hat er noch nicht mal die Hälfte der anvisierten Summe erhalten. Noch schlechter sieht es allerdings für Peter Molyneux-Protégé Kostas Zarifis aus, der bereits am 31. Oktober einen Aufruf für sein Projekt Kung Fu Superstar gestartet hatte. Die Frist endet am 4. Dezember und bislang sind knapp 40000 Pfund zusammengekommen. Anvisiert sind 200000 Pfund. Die Finanzierung ist somit also so gut wie gescheitert. Doch woran liegt das? Kostas Zarifis glaubt, die Gründe bei sich und seinem Team von Kinesthetic Games, aber auch bei Kickstarter gefunden zu haben.

Da wäre zum einen Kinect selbst. Microsofts Motion-Capture Produkt fristet eher ein Nischendasein und hat in der Welt der Hardcore-Gamer sowie AAA-Games keinerlei Relevanz. Ganz im Gegenteil, Kostas Zarifis spricht sogar von einem regelrechten Hass von Seiten der Hardcore-Gamer Fraktion, denn es gibt keine auch nur ansatzweise brauchbare Games, die sowohl Bewegungssteuerung zulassen, als auch die Bedürfnisse der Spieler abseits von Casual-Gaming befriedigen konnten. Das Gegenteil war der Fall. "Unglücklicherweise ist dies das Klima, in der wir versuchen, diesen Umstand mit Kung Fu Superstar zu verändern. Doch die Leute interessieren sich einfach nicht mehr für das Thema Bewegungssteuerung."

Zu spät auch seine Videoerklärung, dass sich Kung Fu Superstar auch mit herkömmlichen Gamepads spielen ließe und der Wechsel zwischen Bewegungssteuerung und Gamepadsteuerung nahezu übergangslos geschieht.

Ein weiterer Punkt dürfte der Umstand sein, dass Kung Fu Superstar nur für den PC erscheinen soll. "Die Leute haben uns gebeten, Kung Fu Superstar auch für XBLA und PSN zu veröffentlichen, aber das ist ohne Erhöhung der Finanzierung nicht möglich. Und wir wollen nicht versprechen, was wir nicht einhalten können."

Bewegungssteuerung? PC als einzige Veröffentlichungsplattform und dann auch noch ein Martial-Arts Game? Auf dem PC? Per Kinect? Der Flop war abzusehen.

Doch auch Kickstarter UK soll Schuld an der mangelnden Finanzierung tragen wenn es nach Kostas Zarifis geht. "Viele Amerikaner haben uns mitgeteilt, dass sie versucht hatten, unser Projekt zu unterstützen, aber dass es nicht ging. Dank Irritierender Umrechnungskurse und erneute Eingabeaufforderung der Kreditkarteninformationen und so weiter. Wenn ich gewusst hätte, welchen Ärger es bereitet, hätte ich es lieber gleich bei Kickstarter US herausgebracht."

Zudem bemängelt er, dass unbekannte Entwickler, die um eine Finanzierung bitten, im Gegensatz zu namhaften Designern, sehr uncool dastehen würden. Etwas Enttäuschung scheint da im Spiel zu sein. Auch ist er zu der Ansicht gekommen, dass Nostalgie noch immer die treibende Kraft hinter den meisten Finanzierungen sei.

Mit dem Scheitern seines Projektes befürchtet Kostas Zarifis, dass der letzte Funken Hoffnung auf hochwertige Games mit Bewegungssteuerung erlöschen wird.