Gerade eben erst ist Krampus in „A Christmas Horror Story“ aufgetaucht, allerdings nur in der zweiten „Darsteller“reihe, und schon folgt die Beförderung zum Filmtitel. „Krampus“ ist ein weiterer Anti-Weihnachtsfilm, der gleich zu Beginn allen Konsumterror-Mahnern Wasser auf die Mühlen bläst und im Folgenden jedem Anflug von Harmonie die Beine abhackt. Das Fest der Hiebe, nur komplett mit Redneck-Onkel und Oma aus Österreich. Wenn jetzt noch ein Schneesturm aufzieht, ist das Horrorfilm-Setting eigentlich komplett.

Krampus - Deutscher Trailer #1

Krampus - Der böse Geist der Weihnacht

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Krampus von oben. Eine imposante Erscheinung.
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Home Invasion

Und natürlich, der Schneesturm lässt in „Krampus“ nicht lange auf sich warten, mit einem Geheule und Geblitze wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr anzutreffen. Mit CGI gegen die Klima-Erwärmung, und dazu dann eine ganz normale Mittelstandsfamilie, die zum Fest Besuch von der nervigen Verwandtschaft erhält. Die zünftige Eskalation kann also beginnen, doch erst als der Vater (Adam Scott) einen von Sohn Max (Emjay Anthony) verfassten Brief an den Weihnachtsmann zerreißt, geht es wirklich ans Eingemachte. Mit Krampus. Mit angenagten Lebkuchenmännchen. Und mit einem kinderfressenden Clown.

Denn Krampus und Konsorten stehen für die dunkle Seite von Weihnachten, für Black-Friday-Konsumterror und für kleine Jungen, die den Glauben an die gute Seele von Weihnachten verloren haben. Schwarze Pädagogik in Monstergestalt, und dazu dann eine klassische „home invasion“-Situation, die einer von der Umwelt abgeschnittenen Gruppe eine mörderische Bedrohung von außen aufhetzt. Ohne Handyempfang, ohne Strom und zum Glück - was die Kreaturen angeht - fast ohne CGI. Ganz so, als würde „Hilfe, es weihnachtet sehr“ auf „Gremlins“ treffen. Also Horror auf Komödie. Und alles zusammen auf einen deutlichen achtziger-Jahre-Vibe.

Krampus - Der böse Geist der Weihnacht

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Und auch nur als Schatten: Das Monster ist einfach super.
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Deadly Games

Wie gut, dass „Krampus“ nichts mit den bisherigen Krampus-Filmen zu tun hat, wie zum Beispiel „Krampus – The Christmas Devil“ oder „Krampus - The Reckoning“, denn die sind alle unterirdisch. An die ein paar Zeilen weiter oben genannten Klassiker kommt der Film allerdings auch nicht heran, denn dafür ist die hier verabreichte Horrorkomödie zu wenig Horror und zu wenig Komödie. Erstere Zutat leidet durch das PG-13-Rating, das den überschaubaren Jump Scares keine blutigen Tatsachen folgen lassen darf, und zweitere Zutat hapert am wenig überraschenden Drehbuch. Das schon dadurch verliert, weil zum x-ten Mal eine disharmonische Familienzusammenkunft thematisiert wird.

Mit Figuren, die einen Tick zu grell und dumm sind. Mit Dialogen, deren Witz einfach nicht so recht rauskommen will. Und mit unverdienten Hintergrundgeschichten, die den Mittelteil wie ein schleppendes Wartezimmer erscheinen lassen, wo doch der Anlass hier einzig die Angriffe der Monster sind. „Krampus“ erscheint als grundsätzlich tolle Idee, der an diversen Ecken die Flügel gestutzt wurden. Wie gut deswegen, dass die Monster dann doch irgendwann auftauchen und erwartungsgemäß Schaden anrichten.

Milde böse Gruselunterhaltung, deren blutverkustete Spitzen durch das PG-13-Rating und das brave bis doofe Drehbuch gestutzt werden.Fazit lesen

Besonders eindrucksvoll erscheint dabei Krampus selbst, der beweist, dass old schoolige Masken und Puppen immer noch eine spektakuläre Wirkung ausstrahlen können. Von den Helfern sind vor allem die Lebkuchenmännchen gelungen, denen man schon bald, analog zu den Minions in den „Ich – einfach unverbesserlich“-Filmen, einen eigenen Spin-Off-Ausflug gönnen möchte.