Jetzt geht’s lohooos! Die neue Generation der Spielkonsolen ist endlich da. Neue Hardware, neue Grafik und (hoffentlich) neue Spielideen sollen euch Regentage der kommenden Jahre versüßen. Für welche davon ihr hart verdienten Zaster hinblättert, müsst ihr selbst entscheiden. Unser Vs.-Special zeigt euch lediglich, welche Kiste euren Ansprüchen zum jetzigen Zeitpunkt am ehesten entspricht.

Konsolen haben ihr ganz eigenes Flair. Nichts gegen PCs und ihre dicken Grafikkarten, aber selbst in den Zeiten von Day-One-Patches und DLC macht es noch immer einen gewaltigen Unterschied, ob man gemütlich vor der Konsole hockt oder ein PC-Spiel einlegt.

Darum, liebe PC-User, verzeiht, wenn wir eure Lieblingsplattform in diesem Vergleich ausblenden und uns genau diesem Thema als erstes zuwenden.

Vergleich 1: Das Konsolengefühl

Keiner der drei großen Konsolenhersteller ist ein Neuling im Ring. Selbst das „Küken“ Microsoft hat so manche Lektion gelernt. Daher gibt es bei keinem der drei ein signifikantes Defizit beim Konsolengefühl. Sie halten alle ihr Menüsystem samt Einstellungsmöglichkeiten so einfach wie möglich, ohne den Spieler in seinen Ansprüchen einzuschränken.

Dennoch sind Unterschiede spürbar. Nintendos Wii U versucht sich im Wohlfühleinerlei. Leicht altbackene, aber immerhin augenfreundlich angereihte Menüfelder, Kaufhausmusik, niedliche Mii-Avatare. Der Eindruck ist ähnlich wie bei der alten Wii und soll vor allem familienfreundliche Wärme vermitteln. Man fühlt sich irgendwie zu Hause, unter Freunden, auch wenn das niedliche Gedudel manchmal ein wenig zu viel des Guten ist.

Xbox One vs. PlayStation 4 vs. Wii U - Wer hat den Längsten, Schönsten, Besten?

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Der erste Herausforderer im Ring: Xbox One.
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Nintendo ermöglicht mit der Wii U inzwischen das Nachpatchen von Spielen und Hardware, übertreibt es aber damit genauso wenig wie mit dem DLC-Angebot. Das mögen manche als altmodisch betrachten. Andere sehen darin Nintendos augenscheinlichste Konstante: In Kyoto fertigt man Videospiele nach klassischer Tradition, deren Kernerlebnis auf dem Datenträger zu finden ist.

Sonys PlayStation 4 wirkt deutlich kälter, wenn auch moderner und zielgerichteter. Im Vergleich mit der PS3 fällt das „Nobel“-Ambiente weg. „Effizienz“ heißt das neue Zauberwort, und es steht Sonys aktuellem Image recht gut, da es Ambition und Tatkraft vermittelt. Schicke Grafik, leistungsfähige Hardware, klare Ansagen. „4 the players“ ist in diesem Sinne kein Spruch, sondern Programm. Sony verlässt sich allerdings stark auf das Internet als Handlanger. Regelmäßige Patches, DLC, Games on Demand, das kostenpflichtige Plus-Abonnement sowie Apps und Videostreams stehen gleichberechtigt neben dem klassischen „Spiel rein und los geht's“-Erlebnis.

Irgendwo zwischen diesen beiden Ausrichtungen findet man das Wesen der Xbox One, wobei jedoch anzumerken wäre, dass Microsoft keines dieser Themen so gut beherrscht wie Nintendo oder Sony. Xbox One möchte mit Avataren Familienfreundlichkeit ausdrücken und verlangt dennoch Abogebühren für jedes nützliche Online-Feature. Per Kinect will man das Einstiegslevel senken, durch Multimedia-Features Geeks befriedigen und mit moderner Grafik das Core-Erlebnis stärken. Eine eierlegende Wollmilchsau.

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Der zweite: Sonys PS4.
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Eine Tendenz zum Core-Gamer ist durchaus bemerkbar, denn Spiele wie „Kinect Sports Rivals“ spielen beim Systemstart eine untergeordnete Rolle. Außerdem sprechen einige der Nebenfunktionen eine klare Sprache. Bei 500 Euro Anschaffungspreis nicht die schlechteste Taktik. In unserer Kategorisierung fällt Xbox One trotzdem am ehesten aus dem Rahmen. Sie will irgendwie für alle da sein, befriedigt dabei aber keine Zielgruppe vollständig.

Schöne Beispiele wären DLC-Politik und Achievements. Beides hat Microsoft mit der Xbox 360 in den Konsolenalltag gebracht und forciert. Inzwischen überspannen die Redmonder jedoch den Bogen aufs Heftigste. Achievements poppen gefühlt alle zwei Minuten auf und verlieren immer weiter an Wert, zumal sie inzwischen sogar für das Anschauen von Videos erteilt werden. Die DLC-Politik von Forza Motorsport spricht ebenfalls Bände. Uns beschleicht das Gefühl, Microsoft wolle testen, wie weit man gehen kann. Wer von DLC und virtuellem Schulterklopfen nicht genug bekommen kann, ist hier am besten aufgehoben.

Vergleich 2: Der Controller

Auch wenn so mancher Sony-Fan mit den Zähnen knirscht, ist Microsofts Einfluss auf die Branche nicht unerheblich. Sowohl Nintendo als auch Sony nähern sich beim Design ihres Controllers der Xbox 360 an. Deren Nachfolger Xbox One liefert eine nochmals optimierte Variante dieses Designs, bringt aber am wenigsten Innovation in die Runde.

Nintendo traut sich am meisten und verpasst der Wii U einen sekundären Bildschirm samt Touch-Steuerung. Leider konnte Big N den Vorsprung von einem Jahr nicht nutzen. Bislang erweist sich der zweite Screen gelegentlich als praktisches Gimmick, aber ein zwingendes Argument, das ihn unentbehrlich macht, fehlt. Außerdem vermissen wir analoge Schulter-Buttons, sei es in Trigger-Form oder durch Drucksensitivität, ähnlich wie bei früheren Dual-Shock-Modellen der PS2 und PS3. Dadurch eignet sich der Controller nur bedingt für anspruchsvolle Rennspiele.

Einen dicken Pluspunkt verzeichnen wir jedoch bei der Anordnung der Analogsticks. Beide liegen auf der primären Daumenposition und offerieren dadurch eine ausgeglichene Steuerungslage bei massivem Gebrauch. Ironischerweise der idealste Controller für First-Person-Shooter in der aktuellen Konsolengeneration, obwohl Wii U der Core-Gemeinschaft anderweitig weit weniger Kaufargumente liefert.

Sonys Dual-Shock 4 übt sich im Spagat. Touch-Fläche ohne Screen, neue Analogstick-Position ohne Änderung der allgemeinen Lage, komplettes Joypad und gleichzeitig Signalgeber für die optionale Kamera. Das Endergebnis fühlt sich besser an als alle vorherigen Controller, zumal endlich ordentliche Analog-Trigger verbaut wurden. Ob der Touch-Sensor etwas taugt, ist zurzeit kaum abschätzbar. Seine ersten Einsatzgebiete ernüchtern eher, als das Spielerlebnis zu bereichern. Ob das Werkzeug jemals einen guten Mausersatz abgibt, hängt unter anderem davon ab, ob Spielentwickler mit der Sensitivität und dem geringen Platz umzugehen lernen. Insgesamt ein guter Controller mit akzeptabler Evolution.

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Und dann wäre da noch die Wii U.
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Überraschenderweise schneidet der Controller der Xbox One in unserem Gesamturteil am besten ab. Er bringt keinerlei Features mit, die neue Steuerungsvarianten liefern, aber seine Rundumverbesserungen im Vergleich mit dem Vormodell liefern erschlagende Argumente. Ergonomie? Irre komfortabel! Balance zwischen Feinfühligkeit und Stabilität? Kaum besser hinzubekommen!

Leider verbleibt der zweite Analogstick auf der sekundären Daumenposition – gerade bei einer Hausmarke wie Halo eine verpasste Chance, Präzision und Reaktion an den Daumen zu verbessern. Dafür sind die Sticks nun kleiner und erheblich feinfühliger. Bei den ersten Tests gewöhnungsbedürftig, aber schon nach einer Woche kaum wegzudenken. Wer damit einmal Forza gespielt hat, weiß, wovon wir sprechen. Irre: Selbst das Steuerkreuz – einst die große Schwachstelle bei Microsofts Controllern – fällt dank sauberer, kurzer Wege und klickender Schalter präziser und daumenfreundlicher aus als bei Sony.

Dass die analogen Schulter-Buttons nun vibrieren, mag ein schickes weiteres Feature sein, das unter anderem das Fahrgefühl bei Rennspielen intensivieren kann. Unter einer weltbewegenden Neuerung verstehen wir dennoch etwas anderes. Immerhin ein kleiner Bonus.

Außerdem begrüßen wir die Option, sowohl Akkus als auch Batterien verwenden zu können. Klar Batterien sind weder umweltfreundlich noch auf Dauer günstig, darum raten wir klar zu einem Play-and-Charge-Kit. Genau hier liegt jedoch der größte Vorteil. Hat der nachrüstbare Akku in ein paar Jahren ausgedient, so tauscht man ihn einfach aus. Das ist bei der Konkurrenz nicht möglich.

Vergleich 3: Exclusives & Spielephilosophie - Teil 1

Wir sind keine Hellseher, somit können wir nicht voraussagen, welche und wie viele Exklusivtitel auf den neuen Konsolen erscheinen werden. Anhand der Startpalette sowie früherer Vorgehensweisen sind eingeschlagene Richtungen immerhin einschätzbar.

Wir gehen davon aus, dass Microsoft Kinect zu Anfang vernachlässigt. Core-Gamer müssen die erste Produktionsreihe finanzieren, um später Preissenkungen für den Massenmarkt zu ermöglichen, daher dürften Marken wie Halo, Crackdown, Fable und Forza in absehbarer Zeit (sprich: in den kommenden zwei Jahren) bevorzugte Behandlung erfahren. Weitere Hoffnungsträger kommen von außerhalb. Titanfall, Quantum Break und Co. sehen im Rahmen ihrer Präsentationen gut aus, aber ob es auch spielerisch hinhaut, steht auf einem anderen Blatt.

Microsofts Interpretation eines Core-Gamers scheint noch immer auf Shooter-Affinität und Effektlastigkeit gemünzt, was ein wenig auf die Exklusivmarken der Dritthersteller abfärbt. Siehe Cryteks Ryse als besonders eindrucksvolles Negativbeispiel. Was Microsoft unserer Meinung nach dringend braucht, ist der Mut zu weniger Tagesgeschäft und mehr Experimentierfreude abseits des wenig akzeptierten Kinect.

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Quantum Break von Remedy ist einer der großen Hoffnungsträger für Xbox One - leider ist davon bisher nicht viel zu sehen.
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Jetzt mal Butter bei die Fische: Microsoft möchte gerne familienfreundliche Spiele entwickeln, aber es gelingt ihnen Mal um Mal nicht. Niedliche Charaktere, bunte Farben und einfaches Spielprinzip sind nur der Anfang. Wenn man Nintendo auf die Schliche kommen möchte, braucht man Geduld, Erfahrung und Liebe zum Detail. Da muss jede noch so kleine Welle im Wasser des Jetski-Minispiels von Kinect Sports Rivals weich wie Butter sein, selbst wenn es keinem direkt auffällt. Da muss jeder Charakter vor Herzlichkeit platzen, ohne aufdringlich oder gestellt fröhlich zu wirken. Da muss muss Platz für die Fantasie des Spielers bleiben und nicht zuletzt muss die Steuerung über jeden Zweifel erhaben sein. Microsoft beweist bislang kein Gefühl für solche Kleinigkeiten, sondern reduziert Familienfreundlichkeit auf oberflächliche Merkmale.

Wir sehen auch in Zukunft kein Land auf diesem Gebiet. Drei Jahre Kinect beweisen eindrucksvoll, dass es nicht nur an der Bewegungssteuerung liegt. Das Image der Marke Microsoft kommt diesem Ziel sowieso nicht entgegen. Viel wichtiger wäre es, das Angebot für reifere Spieler zu erweitern. Es gibt Spielideen, die sehr speziell sind und nicht jedermann ansprechen, aber eine künstlerische Note haben oder schlicht alternative Facetten offerieren. Microsoft sollte solche Spiele durch Mainstream-Games wie Halo gegenfinanzieren, um das Portfolio auszuschmücken. Es geht eben nicht immer nur um blanke Umsätze, auch wenn irgendwelche Shareholder das gerne so sehen. Wenn die Marke Xbox bislang an einem scheiterte, dann am Erstellen eines ausgeglichenen Software-Profils.

Wer Shooter und Actionspiele geradliniger Sorte sucht, dürfte auch in Zukunft kaum Grund zur Klage haben, so viel steht immerhin fest. Das Startaufgebot der Xbox One ist zwar durchwachsen, aber grundsätzlich bleibt kein Zweifel an der Stellung der Marke. Dritthersteller sehen in ihr einen direkten Draht zum amerikanischen Publikum. Das wird sich in den kommenden zwei Jahren wahrscheinlich nicht ändern.

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Nintendo tut das, was sie am besten können: Videospiele entwickeln, im Vordergrund der Spaß am puren Spielen.
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Bei Nintendo ist die Situation genau umgekehrt. Wii U besticht durch sehr spezielle Spielideen, hohe Familienfreundlichkeit und fest einplanbare Topmarken. Man braucht kein Hellseher zu sein, um abschätzen zu können, dass das nächste Mario Kart oder ein etwaiges Zelda die Absätze der Wii U fördert, weil man quasi blind zugreifen kann. Nintendos Inhouse-Produkte enttäuschen spielerisch selten. Allerdings kann Wii U den anspruchsvollen Core-Gamer im Alltag nur ansatzweise befriedigen. Das Thema Grafik, zu dem wir später noch kommen, spielt hier eine genauso wichtige Rolle wie das Entwicklungsumfeld.

Beim Thema Controller schnitten wir bereits die bedingte Rennspieltauglichkeit der Wii U an. Ein Gegenstück zu Gran Turismo oder Forza Motorsport hätte somit kaum eine Chance, in der gleichen Liga mitzumischen. Künstliche Intelligenz und Komplexität könnten ebenfalls unter technischen Grundbedingungen leiden.

Vergleich 3: Exclusives & Spiele-Philosophie - Teil 2

Was Nintendo meiner Meinung nach fehlt, sind mehr Abteilungen für westliche Core-Games, die Spiele im Stile des Gamecube-Metroids entwickeln. Außerdem wären ein paar neue Marken hilfreich, um der selbst geschaffenen Blase zwischen Familienfreundlichkeit und grafischer Abkapselung weitere Basisargumente zu stellen.

Was Nintendo-Spieler definitiv bekommen, ist reiner Spielspaß. Manchmal simpel, grafisch mit der Zeit wahrscheinlich ständig unattraktiver im Vergleich mit der Konkurrenz, aber immerhin bei konstanter Qualität. Wer Videospiele als zwanglose Freizeitbeschäftigung ansieht, jugendlichen, geradezu zeitlosen Charme einem Effektbrimborium vorzieht und auf Familienfreundlichkeit Wert legt, kommt auch in Zukunft nicht an Nintendo vorbei.

Blicken wir auf die PlayStation 3, dann ist es verführerisch, Sony zwischen den Extremen von Microsoft und Nintendo zu platzieren, Das beweisen Marken wie Little Big Planet ebenso wie Topseller vom Schlage eines Uncharted.

Allerdings wirkte Sony gerade in den letzten Jahren ein wenig wankelmütig, wenn es um das Erreichen ambitionierter Ziele bei First-Party-Games und Exklusivtiteln geht. Ein gutes Beispiel wäre Gran Turismo. Hoch ambitioniert, aber beim ersten PS3-Auftritt arg zerfleddert. Oder Move: als Wii-Killer positioniert und schon jetzt beinahe in Vergessenheit geraten. Uncharted sah in Teil 3 besser aus denn je, konnte aber den Wow-Effekt seines Vorgängers nicht wiederholen. God of War nudelte sich selbst aus. Beyond sprühte vor Ambition und traf doch auf geteilte Meinungen.

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Los, Sony, zeigt uns, wie euer Next-Gen-Uncharted aussieht!
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Und siehe da: Killzone für PS4 sieht toll aus, haut aber inhaltlich keinesfalls aus den Socken. Bei Knack fehlt es grundsätzlich an einer inspirierten Spielidee. Nur der Ansatz eines Vergleichs wäre eine Beleidigung für Nintendo. Vorteilhafte Hardware hin oder her, nach dem Ansturm der beinharten „Ich-kauf-sowieso-nur-Sony“-Fans muss wieder mehr Substanz kommen.

Sony zehrt aktuell noch von einem Innovationsbonus, den Spiele wie „Heavy Rain“, „Flower“ und „Journey“ einräumten, und wir sehen bei den Japanern auch am meisten Potenzial für weitere Ausnahmetitel. Dennoch liegt der Verdacht nahe, dass sich Sony in dieser Generation Microsoft annähert, weil es schlicht lukrativer ist, Massenprodukte herzustellen. Heutzutage liegen nur hauchdünne Grenzen zwischen Top und Flop auf dem Ladenregal, währen Produktionskosten massiv ansteigen. Experimente können große Löcher ins Budget schlagen.

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Das neue Killzone zeigt schon ganz gut, in welche Richtung es auf der PS4 gehen kann.
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Sollte es tatsächlich so kommen, wird sich Sony in Zukunft nicht mehr leisten können, eine Marke wie Killzone inhaltlich schleifen zu lassen. Der Spaß am Ballern muss genauso sprichwörtlich aus der Pistole geschossen kommen wie bei Microsofts Halo.

Nicht falsch verstehen: Halo ist nicht sonderlich innovativ und es hängt eine Menge vom Hype ab. Schlussendlich weiß Microsofts abkommandiertes Team jedoch, was die Leute in einem Halo sehen wollen, und liefert wie bestellt. Bei Massenprodukten muss Sony ein ähnliche Kaltschnäuzigkeit entwickeln.

Vergleich 4: Vielseitigkeit

Mit Erstaunen stellen wir fest, dass Wii U, Xbox One und PlayStation 4 in ihren Anwendungsgebieten sehr nah beieinander liegen. Wii U fällt ein wenig aus der Reihe, weil sie keine Blu-rays abspielen kann, anderweitig setzen alle drei auf eine Betonung der Spieletauglichkeit und einen hintergründigen Mix aus mehr oder minder nützlichen Apps.

Microsoft und Sony kürzen sogar bewusst einige Multimedia-Talente der Vorgänger und verlagern ähnliche Dienste ins Netz. MP3s abspielen? Filme speichern? Fehlanzeige. Übrig bleibt ein Verweis auf Bezahl-Abos für Musik und Film. Dabei hängt an solchen Talenten nicht mehr als ein paar Zeilen Programmcode und eine Lizenzabgabe für verwendete Codecs. Ergo: Eine Business- Entscheidung zur Maximierung des Umsatzes. Es ist geradezu lächerlich, dass wir Xbox One dafür „loben“ müssen, immerhin noch auf Medienserver im Netzwerk und Audio-CDs zugreifen zu können.

Eine Funktion als alltäglicher Alleinunterhalter ist nicht zwingend notwendig. Aber mal ein Musikstück unter ein Spiel mischen zu können, weil der implementierte Soundtrack nervt, sollte im Rahmen des Machbaren liegen, ohne gleich Geld für ein dauerhaftes Abo zu verlangen. Zumal diese geschlossenen Systeme unattraktiv sind. Warum sollte jemand seinen Musik-Streaming-Service ausgerechnet über die Xbox One oder die PS4 buchen, wenn es andere Anbieter gibt, deren Umfang und Erreichbarkeit um Welten voraussegelt?

Schnelle Browser hin oder her, wer würde schon freiwillig mit einem Controller Online-Banking betreiben? Für einen Standarddienst wie Skype oder den Internet-Explorer, die es auf dem PC umsonst gibt, ein Live-Abo bezahlen? Xbox One möchte gern das Zentrum des Wohnzimmers sein und schafft es nicht einmal, den Inhalt eines USB-Sticks einzulesen? Oder eine Tastatur zu erkennen? Das kann doch nicht wahr sein!

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Die Xbox One versteht sich als Multimedia-Center mit vielen Funktionen abseits des reinen Spielens.
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Meiner Meinung nach eine schlechte Entwicklung und einer der wichtigsten Anhaltspunkte bei der Kaufentscheidung. Nüchtern betrachtet schneidet Wii U am besten ab. Es gibt nicht viele Dienste, aber Nintendo verlangt auch keine Zusatzgebühren, weder für Online-Partien noch für Sprach-Chat, den Browser oder sonstiges. Angesichts der praktischen Anwendungsbereiche nach wie vor das benutzerfreundlichste Modell.

Sony folgt unserer Ansicht nach auf einem entfernten zweiten Platz, da ein PlayStation-Plus-Abo faktisch nur für Online-Matches vonnöten ist, während Microsoft das Schlusslicht darstellt. Es ist absolut irre, wofür man auf der Xbox One alles bezahlen soll, sofern man es nutzen will. Ganz zu schweigen von einem Online-Zwang durch die Hintertür. Selbst lächerlich kleine schriftliche Spielanleitungen, die locker auf der entsprechenden Blu-ray untergebracht werden könnten, liegen online vor.

Bedauerlich. Mit ihren andockbaren Fenstern und den clever angelegten Menüabkürzungen könnte Xbox One beide Mitbewerber locker in die Tasche stecken. Aber wenn man die Kundschaft unbedingt zu Abos zwingen möchte, geht die Attraktivität solcher Dienste flöten.

Vergleich 5: Grafik

Wir wollen es nicht schönreden: Wii U hat im Grafikvergleich klar die schlechtesten Karten. HD bei maximal 1080p ist möglich, aber die allgemeine Hardware-Power übertrumpft mit Müh und Not den Standard von Xbox 360 und PS3. Bei Nintendos Inhouse-Produkten spielt das kaum eine Rolle.

Ob Marios Hemd in blankem Rot durch die Latzhose guckt oder dank Cloth-Physik und Normal-Mappings aussieht, als hätte Georgio Armani es persönlich genäht, ist absolut unerheblich. Wer meint, er hätte bei Mario Kart weniger Spaß, weil die Asphalttextur nicht „realistisch“ aussieht, verkennt eindeutig den Sinn des Programms.

Bei Third-Party-Titeln sieht das schon ganz anders aus, denn hier gehört der Grafikstil mitunter zum Spielerlebnis. Was wäre ein Call of Duty ohne beklemmende Atmosphäre und knallige Effekte? Dass Nintendo zwangsläufig nicht mithalten kann, liegt auf der Hand.

Trotzdem darf man Wii U nicht abschreiben, denn mit dem Umschwung auf x86-Komponenten haben Xbox One und PS4 sich dem PC untergeordnet. In Zukunft wird es bei Umsetzungen also nur noch ein Grafikmodell geben, das je nach Plattform abgespeckt wird. In diesem Rahmen sieht selbst eine Interpretation für Wii U nicht zwangsläufig schlecht aus, denn am Ende fehlen lediglich Details.

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Nintendo eben. Unverwechselbar. Technisch natürlich hinter den neuen Kisten, aber diese knuff... aawww! (Bild: Pikmin 3)
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Microsoft und Sony ereilt wahrscheinlich dasselbe Schicksal, wenn auch abgemildert. Auf dem PC herrscht zukünftig Narrenfreiheit, abhängig von der verbauten Grafikkarte, während PS4 und XBO genau dasselbe Grafikmodell mit geringeren Detaileinstellungen vorgesetzt bekommen. Alles andere wäre eine Verschwendung von Ressourcen. Dadurch dürften Unterschiede zwischen den beiden „Big Players“ gering ausfallen. Bildrate und Nebeneffekte wie Kantenglättung fallen wahrscheinlich am ehesten ins Gewicht.

Gerüchten zufolge ist die PS4 ein Stück leistungsfähiger als XBO, und diesen Eindruck können wir zumindest teilweise bestätigen. Killzone: Shadow Fall beeindruckt vornehmlich durch massig Geometrie. Sprich: Wo Städte früher aus wenigen Häusern bestanden, können nun ganze Metropolen stehen. In Sachen Effektvielfalt herrscht allerdings Bescheidenheit. Es gibt viele Spiegelungen, aber noch immer keine besonders detailreichen. Licht und Schatten kommen öfter zur Geltung, zeigen bislang aber nur minimale Verbesserungen bei Schattenschärfe und Lichtqualität. Das Stichwort heißt Masse. Es gibt mehr von allem.

Die Grafikeinheit der Xbox One stammt aus derselben Produktfamilie wie die der PS4 und entspricht somit dem gleichen Effektstandard. Nur zeigt die Startspielpalette eindeutige Unterschiede in der Geometrie. Schön zu sehen an Ryse von Crytek.

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Ryse zeigt, was in der Xbox One steckt, ist ein grafischer Leckerbissen, aber sonst stinklangweilig.
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Wenn es um den reinen grafischen Genuss geht, um das „Wow“-Gefühl und die Greifbarkeit eines Generationssprungs, dann schneidet Ryse definitiv besser ab als Killzone. Wer sich an der 900p-Auflösung aufhängt, die auf 1080p hochskaliert wird und faktisch nur Texturen betrifft, sollte sich bei der Bundeswehr als Scharfschütze bewerben, denn lächerliche 180 Zeilen Unterschied zum Native-Full-HD erkennt man selbst auf einer Leinwand nicht – Punkt, aus.

Der Unterschied zu Killzone liegt im Umgang mit den Effekten. Crytek mogelt an jeder Ecke und zeigt keineswegs so viel Geometrie wie Killzone. Der Horizont liegt deutlich näher, als die Kameraperspektive es oft vorgaukelt. In vielen Szenen ersetzen gut platzierte Bitmap-Planes entfernte Szenarien. Dafür schimmern Rüstungen direkt vor der Kamera im Wechselspiel zwischen metallischem Glanz und Abnutzung.

Multiple Texturen mit diversen Eigenschaften zieren Gegenstände, die nur fünf Sekunden lang zu sehen sind. Das nennt man Liebe zum Detail und akribische Optimierung. Schade, dass das Spiel dahinter so armselig ist, denn Ryse wäre das beste Beispiel für den Weg, den Konsolen-Exklusivtitel zukünftig einschlagen müssen. Weniger Masse, mehr Auge für das, was vordergründig passiert.

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Knack.
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Übrigens zeichnet das auch Forza Motorsport 5 aus. Turn 10s Rennspiel sieht fantastisch aus, obwohl gemogelt wird, bis sich die Balken biegen. Nur haben Third-Partys bei Umsetzungen keine Zeit für solche Spielereien. Und wenn Sonys Verbündete wieder so knallhart optimieren wie einst bei Uncharted, dürfte der Unterschied zur Xbox-Palette in Exclusives wieder sichtbarer werden.

Fazit

Viele Spieler behaupten, Grafik sei eine Nebensächlichkeit, nur der Spielspaß zähle. In dem Fall müssten wir uns alle eine Wii U zulegen, und wenn nur als Zweitkonsole. Nintendos jüngste Spielekiste kommt einer klassischen Konsole am nächsten. Keine Zwangs-Abos, Spielspaß vor Grafikbrimborium, konstante Qualität, hohe Standards. Es fehlt letztendlich nur an Spielen, die besser auf westliche Geschmacksnerven zugeschnitten sind. Wir empfehlen Wii U für Gelegenheitsspieler. Für Familien und Einsteiger oder als Zweitkonsole.

Core-Gamer ticken aber nicht wirklich so. Gute Grafik ist ein gern gesehenes Stilmittel und mehr als ein Gimmick. Für den einen oder anderen ist fortschrittliche Spielgrafik ein Indikator für den zeitlichen Wandel, und man lässt sich gerne von digitalen Wundern einlullen. Sonys PlayStation 4 scheint dieses Extrem am ehesten ausreizen zu wollen, wobei die Wankelmütigkeit in Sachen Spielqualität zurzeit eine klare Führungsposition verhindert.

Weder der Controller noch die allgemeine Ausrichtung der PS4 wirken innovativ. Dafür brilliert sie unter dem Strich mit der stärksten Hardware. Sollte Sony zu gewohnter Stärke finden und die Palette von knuffigem Hüpfspiel bis Actioninferno ebenso gekonnt abdecken wie in den besten Tagen der PS3, sieht die Zukunft rosig aus. Wir empfehlen PlayStation 4 allen, denen Grafik am wichtigsten ist, sowie jenen, die eine gesunde Mischung aus Core-Games und Familienfreundlichkeit suchen.

Microsoft verschwendet derzeit sinnlos Ressourcen beim Versuch, Nintendos Paradedisziplin zu erlernen. Kinect? Funktioniert nun besser, nutzt aber nichts, da Microsoft kein Feingefühl für das Wesentliche hat. Nur eines bleibt gewiss: MS hat den für Core-Games am besten geeigneten Controller und bei den klassischen Core-Marken darf man konstant gute Qualität erwarten. Microsoft liefert, was gewünscht wird, das zeigen die letzten sieben Jahre mit der Xbox 360 ganz klar. Experimentierfreude und Fantasie leiden darunter.

Auf lange Sicht dürfte Microsoft in Sachen Grafik das Nachsehen haben, aber der Unterschied zur PS4 wird wahrscheinlich ebenso gering ausfallen wie der zwischen Xbox 360 und PS3. Wir empfehlen Xbox One Core-Gamern und Geeks, denen Nebenfunktionen sowie ein optimales Joypad wichtiger ist als die bestmögliche Grafikeinstellung. Wegen übertriebener Abo-Politik, ausschweifenden DLCs, schwammiger Verhältnisse in Sachen Datenerfassung mit Kinect und drittklassiger Casual-Games raten wir Familien und Kindern ausdrücklich vom Erwerb einer Xbox One ab.

Ob es so bleibt? Das wissen auch wir nicht, darum weisen wir darauf hin, dass diese Einschätzung angesichts der aktuellen Lage getroffen wurde. In zwei Jahren kann sich das Blatt gewendet haben. Bis dahin steht gewiss ein neuer Vergleich an.

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