Wenn es nach Valve und Blizzard geht, dann sollten die großen Konsolenhersteller ihre Online-Verbindungen vereinigen. Bisher können die Spieler nur in den jeweiligen Netzwerken der Konsolenhersteller online miteinander oder gegeneinander spielen. Gabe Newell von Valve hält das allerdings für eine „Sackgasse“ - ideal wäre vielmehr ein einziges Spielnetzwerk.

Konsolen - Gamer der Welt vereinigt euch! Blizzard und Valve planen Cross-Plattform-Gaming

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Spiele, die man online über alle Konsolen miteinander spielen kann - das ist die gemeinsame Vision von Valve und Blizzard. Ob die Konsolenhersteller diesen Weg mitgehen wollen, wird sich allerdings noch zeigen müssen.
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Die Mitbegründer von Valve Software und Blizzard Entertainment, Gabe Newell und Frank Pearce, glauben, dass eine Online-Vereinheitlichung der Konsolennetzwerke ein Schritt wäre, der die Spieleindustrie voranbringt. Gegenüber dem Magazin Develop machten beide ihre Meinungen dazu deutlich.

„Es wäre Ideal eine einheitliche Online-Community zu haben, unabhängig von der Plattform, auf der die Spieler spielen“, so Pearce. Newell stimmte dem zu, in dem er sagte, die Industrie sollte „herausfinden, wie man das Internet besser machen kann, anstatt herauszufinden, wie man die Kunden vom Internet fernhalten könnte. Der eine Weg ist eine Sackgasse, der andere erzeugt mehr Werte.“

Die Entwickler könnten recht schnell neue Gewinnmodelle adaptieren, wie zum Beispiel free-to-play, spielübergreifende Werbung und den Zugang zu fast sofort verfügbaren analytischen Daten. Die Freiheiten, die Online-Plattformen wie Facebook oder das mobile iOS bieten, werden dabei als Schlüssel für den Erfolg betrachtet. Die Tatsache, dass die mobilen und sozialen Spiele momentan einen unglaublichen Wachstum zu Verbuchen haben, führt dazu, dass die geschlossenen Netzwerke, wie das PlayStation-Network oder Xbox Live an Attraktivität verloren haben. Das britische Studio Jagex hatte vor, sein MMO Runescape plattformübergreifend auf der Wii, der Xbox 360 und der PlayStation 3 zu veröffentlichen - diese Bitte wurde jedoch von einigen, wenn nicht sogar allen Plattformherstellern abgelehnt.

Allerdings könnte nun, durch den zusätzlichen Druck seitens Blizzard und Valve, die jedes Jahr mehrere Milliarden Dollar Einkommen erzielen, ein wenig vorgegriffen werden, um einen deutlichen Wechsel in den Richtlinien der Industrie herbeizuführen. Sony hat bereits damit begonnen, sein Netzwerk zu öffnen und arbeitet mit Valves Steam-Dienst auf der PS3 zusammen. Außerdem erlaubte Sony dem Entwicklerstudio CCP Games, PlayStation und PC mit dem kommenden Titel Dust 514 zu verbinden, indem eine Menge Daten zwischen den beiden Plattformen ausgetauscht werden.

Laut Newell sei es wichtig, dass Sony finanziell dafür belohnt wird, damit sie ihre alten Gewohnheiten ablegen und das Netzwerk für Valve und CCP öffnen können. Sollte Sony keinen Erfolg damit haben, dann könnte das zumindest andere Plattformhersteller anspornen. Für Nintendos kommenden Wii-U-Online-Dienst heißt es, dass es sein viel flexibleres System sein soll, dass unabhängigen Entwicklern die besten Möglichkeiten bietet um Software dafür zu machen. Ob irgendeiner davon es einer Konkurrenz-Konsole erlauben wird, das Netzwerk zu teilen, ist allerdings noch völlig offen. Technisch ist das durchaus im Rahmen des Möglichen.

Allerdings ist es immer noch ein wenig problematisch, die Konsolen und den PC miteinander zu verbrüdern. Es gibt da einige Designprobleme, vor allem mit der Spielmechanik und den unterschiedlichen Eingabegeräten - man müsste für die Konsolen dann einige Komponenten im Spieldesign hinzufügen, damit das Spielerlebnis auf allen Plattformen korrekt vermittelt werden kann. Es hängt allerdings immer vom jeweiligen Spiel ab, ob man nun eine Spielerfahrung oder eine Community-Erfahrung miteinenander teilt. Hier lässt sich sagen, dass die Community-Erfahrung, die über die sozialen Netzwerke entsteht, durchaus der gemeinsamen Spielerfahrung überlegen sein kann.

Bei Blizzard will man sich auf jeden Fall intensiver mit den Konsolen auseinandersetzen. Es gäbe in ihren Büros eine ganze Menge Leute mit einer ganzen Menge guter Ideen, sodass man sich definitiv noch einmal mit dem Bereich der Konsolen beschäftigen wird.