Kingdom under Fire (Xbox-Test)
(von Andreas Spies)

Mit »Kingdom Under Fire: The Crusaders« veröffentlichen die Mannen von Publisher Deep Silver das erste Fantasy-Mittelalterspektakel für die Xbox, welches zudem auch noch einen sehr gewagten Genre-Mix an den

Tag legt: actiongeladenes Gameplay gekoppelt mit zahlreichen Strategie-Elementen und einer Portion Rollenspiel-Features. Eine wahrhaft außergewöhnliche Mixtur, die den Mannen der koreanischen Spieleschmiede Phantagram allen Anschein nach aber zu Ruhm und Ehre verhilft.

Aber der Reihe nach: »Kingdom Under Fire: The Crusaders« ist in einer Fantasy-Welt namens Bersia angesiedelt, die von den teuflischen Horden der Dunklen Legion heimgesucht wird. Der jüngste Angriff von Orks und anderen Schergen hat sich in der Nähe eines alten Schlachtfeldes zugetragen, das inzwischen als heiliger Ort gilt. Dort wurden zahlreiche Dorfbewohner ohne ersichtlichen Grund niedergemetzelt. Eine Attacke also gegenüber unbescholtenen Bürgern, eine Attacke gegenüber der Rasse der Menschen und somit ein Fall für die Kriegsmaschinerie der freien Welt.

Dies ist der Ausgangspunkt von »Kingdom Under Fire: The Crusaders«. Jetzt habt ihr die Möglichkeit, in einem von vier Akten in das Kriegsgeschehen einzugreifen: Zwei auf Seiten der Menschen und zwei, in denen ihr mit der Dunklen Legion zu Felde zieht. Auf der Seite der Rächer stehen euch zum Einen der Held Gerald zur Verfügung, der seine Ausbildung im Nahkampf

genossen hat, zum Anderen Kendal, der seinen Gegnern mit Speer und Hammer das Fürchten lehrt. Auf der Seite der Dunklen Legion könnt ihr euch hingegen mit Lucretia ins Kampfgetümmel stürzen, während ihr mit Regnier einen dunklen Dämonen befehligt. Die vier Spielabschnitte mit ihren jeweils circa 13 Mission versprechen zusammen eine Spieldauer von mehr als 30 Stunden.

Gelungener Genre-Mix oder bittere Pleite?
Das wohl herausragendste Feature in »Kingdom Under Fire: The Crusaders« ist die Verknüpfung beliebter Genres in einem Spiel. So werdet ihr in Phantagrams neuestem Action-Spross auch auf einen Strategie-Part treffen, der mit einigen Rollenspiel-Elementen gepaart wurden. Die fesselnden Kämpfe mit euren Widersachern bestreitet ihr zum Beispiel in bester »Dynasty Warrior«-Manier, während das Herumschleichen in den Wiesen und Wäldern der Fantasy-Welt eher auf den Strategie-Part zurückzuführen ist - dazu aber später mehr.

Kingdom Under Fire: The Crusaders - Mystische Schlachten in schickem 3D-Gewand! Was bietet der Genre-Mix wirklich?

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Dabei wurde die Steuerung erfreulich simpel umgesetzt. Die Kampfaktionen beschränken sich lediglich auf zwei Buttons eures Controllers, während ein weiterer Knopf zur Abwehr von gegnerischen Attacken dient. Für jede Kampfaktion bekommt ihr dann sogenannte Fähigkeitspunkte gutgeschrieben, die am unteren Bildschirmrand in einer Leiste angezeigt werden.

Dank dieses Features könnt ihr durch verschiedene Tastenkombinationen eure Mitstreiter zu Hilfe holen oder erlernte Zaubersprüche einsetzen - womit wir auch schon bei den Rollenspiel-Elementen wären. Vor oder nach jedem Einsatz könnt ihr mit eurem Helden die Kaserne besuchen um euren Protagonisten und dessen Gefolgsleute mit neuen Ausrüstungsgegenständen zu versorgen. Natürlich ist dafür auch eine bestimmte Menge an Gold nötig. Neben allerlei Schwerter und Rüstungen dürfen dort dank Erfahrungspunkte auch neue Fähigkeiten erlernt werden, die dann im Gefecht zum Einsatz kommen können. Darüber hinaus ist auch ein Besuch in der Taverne möglich, in der ihr euch mit neuen Soldaten eindecken könnt.

Packshot zu Kingdom Under Fire: The CrusadersKingdom Under Fire: The CrusadersErschienen für XBox kaufen: Jetzt kaufen:

Strategielastiges Gameplay
Der größte Teil aus »Kingdom Under Fire: The Crusaders« besteht wohl aus Strategie-Elementen. So kommt

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es während den grausamen Schlachten oftmals auf Kleinigkeiten an: Beispielsweise spielt der Stand der Sonne eine große Rolle bei einem Angriff auf die gegnerischen Horden. Feuert ihr hingegen mit euren Bogenschützen auf die feindlichen Truppen während euch die Sonne dabei ins Gesicht strahlt, so treffen nicht alle Pfeile ihr Ziel. Steckt ihr aber einen Waldabschnitt mit Feuerpfeilen in Brand, in dem sich gerade Orks und andere Biester tummeln, so wird die Schlacht ein jähes Ende finden. Darüber hinaus gibt es noch die Möglichkeit, eure Truppen verschiedene Formationen ausüben zu lassen. Dies ist vor allem dann von Nöten, wenn ihr unter feindlichem Beschuss steht.

Auch eurer Einheiten solltet ihr mit Bedacht auswählen, da alle Streitkräfte mehr oder weniger effizient gegen den Gegner vorgehen können. Bogenschützen werden zum Beispiel keine Chance gegen die anrückende Infanterie haben, während diese wiederum von der Kavallerie in Grund und Boden gestampft werden kann.

Eine besondere Rolle übernehmen auch die Pioniere, die mit ihrem fachlichen Know-How Fallen legen oder verschiedene Objekte wie zum Beispiel Brücken zu ihrem Vorteil nutzen können. In den Nahkampf solltet ihr diese treuen und vor allem nützlichen Gefolgsleute aber nicht schicken.Optische Tristesse oder gelungene 3D-Grafik?
Bei der Grafik haben sich die Mannen von Phantagram ebenfalls mächtig ins Zeug gelegt. Vor allem die schönen Landschaften können beeindrucken: Grashalme bewegen sich im Wind, während Bäume das Licht der Sonne brechen.

Extrem detailliert fällt auch die Gestaltung der einzelnen Charaktere und Truppen aus, deren Animationen sehr authentisch aussehen. Auch die Detailtreue ist ein absolutes Atmosphären-Plus. Nach einer geschlagen Schlacht hechelt euer Held beispielsweise stark, während seine Rüstung im Licht der Sonne strahlt, als währe sie gerade erst

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geschmiedet worden. Diese Liebe zum Detail fällt bei allen Einheiten auf. Dabei ist allerdings zu beachten, dass sich während einer großen Schlacht circa 150 Einheiten auf eurem Bildschirm ein heißes Gefecht liefern - rund 1.000 Einheiten können es auf einer einzelnen Karte sein. Trotz dieser ungeheuren Menge ist es während des Spielverlaufs zu keinen nennenswerten Frame-Einbrüchen gekommen. Allerdings gibt es auch ein Manko, das doch etwas schwerer ins Gewicht fällt: Die Kamerahaltung ist an manchen Stellen extrem unübersichtlich, so dass ihr schnell den Überblick verlieren könnt. Dadurch versperren euch auch Objekte die Sicht, da sich die Kamera zu dicht am Spielgeschehen befindet. Zwar lässt der rechte Analogstick Änderungen an der Perspektive zu, diese reichen aber oftmals nicht aus, um wieder Herr der Lage zu werden. Hier hätten sich die Entwickler eindeutig mehr Zeit nehmen sollen.

Eine Lokalisierung, wie man sie sich wünscht
Xbox-Spieler die weniger mit der englischen Sprache vertraut sind, werden mit »Kingdom Under Fire: The Crusaders« sehr viel Spaß haben. Das Spiel wurde von Publisher Deep Silver komplett lokalisiert. Sogar die Sprachausgabe ertönt in unserer heimischen Sprache, so dass die

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Story ohne Probleme verstanden werden kann. Auch die Synchronstimmen wirken sehr professionell und tragen besonders zur Atmosphäre bei. Allerdings hätten die Konversationen bei den Missionsbesprechungen und kurz vor dem Start eines Einsatzes etwas kürzer ausfallen können.

Auch die harten Gitarren-Klänge wollen nicht so ganz mit dem Fantasy-Szenario harmonieren. Diese Fallen aber nicht übermäßig groß auf, da sich der Kampflärm der Einheiten in den Vordergrund drängt: Vor allem die Schreie der Gefallenen und Verwundeten brennen sich in das Gehör, werden aber vongaloppierenden Pferden und aufeinandertreffenden Klingen untermalt.

Duelle via Xbox Live
Auch für Freunde gepflegter Online-Massenschlachten halten die Programmierer das entsprechende Rezept parat: »Kingdom Under Fire: The Crusaders« genießt vollen Xbox Live-Support, der zu blutigen Schlachten mit Gleichgesinnten aufruft. Dabei steht euch als Spielmodi ein Heer-gegen-Heer-Modus zur Verfügung. Hier könnt ihr mit maximal vier Truppenverbänden in die Schlacht ziehen.

Wie schon im Singelplayer-Modus, so könnt ihr auch hier aus mehr als einem Dutzend verschiedener Einheiten eure Armee zusammenstellen. Nach jedem gewonnen Kampf werden euch dann Erfahrungspunkte gutgeschrieben, die ihr zur Verbesserung der Einheiten einsetzen könnt.

Pro & Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pros:

+ gelungene 3D Grafik + detaillierte Charaktere und Einheiten + gute Verknüpfung beliebter Genre-Elemente + Atmosphärische Synchronisierung + Online-Schlachten + Mehr als 50 Missionen + Packende, realistische Kampfszenen + Vier Kampagnen

Cons:

- Anfangs hektischer Spielverlauf - teilweise schlechte Kameraführung - schwammige Boden-Texturen - teils langatmige Konversationengaloppierenden Pferden und aufeinandertreffenden Klingen untermalt.

Duelle via Xbox Live
Auch für Freunde gepflegter Online-Massenschlachten halten die Programmierer das entsprechende Rezept parat: »Kingdom Under Fire: The Crusaders« genießt vollen Xbox Live-Support, der zu blutigen Schlachten mit Gleichgesinnten aufruft. Dabei steht euch als Spielmodi ein Heer-gegen-Heer-Modus zur Verfügung. Hier könnt ihr mit maximal vier Truppenverbänden in die Schlacht ziehen.

Wie schon im Singelplayer-Modus, so könnt ihr auch hier aus mehr als einem Dutzend verschiedener Einheiten eure Armee zusammenstellen. Nach jedem gewonnen Kampf werden euch dann Erfahrungspunkte gutgeschrieben, die ihr zur Verbesserung der Einheiten einsetzen könnt.

Pro & Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pros:

+ gelungene 3D Grafik + detaillierte Charaktere und Einheiten + gute Verknüpfung beliebter Genre-Elemente + Atmosphärische Synchronisierung + Online-Schlachten + Mehr als 50 Missionen + Packende, realistische Kampfszenen + Vier Kampagnen

Cons:

- Anfangs hektischer Spielverlauf - teilweise schlechte Kameraführung - schwammige Boden-Texturen - teils langatmige Konversationen