Die „Kingdom Under Fire“-Serie zeichnete sich bisher durch einen Mix von strategischen Action-Elementen und RPG-Aspekten aus. Mit der neuesten Inkarnation für die Xbox 360 beschreitet Entwickler Blue Side einen neuen Weg und vollzieht den Schwenk hin zum Hack 'n Slay-Game, das mit einigen Rollenspiel-Anleihen angereichert wird.

Dass man bei der Flut solcher Spiele nicht unbedingt mit einem Innovationspreis ausgezeichnet wird, ist das eine. Erweist sich das Spiel obendrein als recht langweiliger Genrevertreter ist der Untergang im Mittelmaß fast schon vorgezeichnet. Genau dieses Schicksal droht aber Circle of Doom.

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Story wischiwaschi

Sich an dieser Stelle mit der oberflächlichen Hintergrundstory lange aufzuhalten, wäre vergebene Liebesmüh und zudem eine Verschwendung eurer kostbaren Lebensspielezeit. Es soll genügen zu wissen, dass es außer einem eher wischiwaschi daher geleierten Fantasy-Hintergrund ohne Cutszenen nur sehr wenige Storyelemente gibt, an die man sich ohne Notizen überhaupt erinnern kann - zu belanglos und fahrig und obendrein zusammenhanglos kommt die Geschichte einer zwischen Gut und Böse gespaltenen Welt daher.

Kingdom Under Fire: Circle of Doom - Alptraum für jedes Gamepad: Die stupide Monsterschnetzelei ist schlimmer als die Verdamnis.

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Schmerz, ich bringe Schmerz!
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Bei Spielbeginn habt ihr die Wahl zwischen fünf für das Genre üblichen Haudegen: Von der zierlichen, aber schnellen, Elfe bis hin zum Zweihänder schwingenden Berserker bietet sich für jeden Geschmack die passende Spielfigur. Eine richtige oder falsche Entscheidung gibt es dabei nicht, auch wenn für jeden Charakter die Wendungen der Geschichte ein wenig anders ausfallen. Spielerisch tun sich wahrlich keine Abgründe auf, lediglich bei einigen Boss-Gegnern kann es einen Unterschied machen, ob man einen Fern- oder Nahkämpfer steuert. Letztendlich sind aber alle Figuren so flexibel, dass sich auch solche Hürden überspringen lassen.

Solltet ihr doch Probleme haben ist es von Vorteil einen Xbox Live-Account zu besitzen, denn ein Koop-Modus bietet die Möglichkeit, mit bis zu drei weiteren Helden in die Schlacht zu ziehen. Bei kluger Zusammenstellung der Charaktere dürfte es für jede Herausforderung die perfekte Antwort geben. Und zudem macht es sogar ziemlich viel Spaß, mit menschlichen Mitspielern so richtig unter den Feinden aufzuräumen.

Dumm gelaufen

Vom Rest des Spiels kann man leider nicht mit so viel Enthusiasmus berichten, denn es präsentiert sich über weite Strecken zu eintönig und repetitiv. Ständig trifft man auf Horden von Feindesgruppen, die selten unter einem Dutzend Mitgliedern gegen euch antreten. Das allein kreiden wir Circle of Doom nicht an, schließlich gehört das bei einem Hack n' Slay quasi zur Grundausstattung. Kritisieren wollen wir aber das völlig hirnlose Anrennen der Widersacher, die zwar abwechslungsreich gestaltet sind, aber keinerlei Taktik erkennen lassen und scheinbar völlig ohne KI auskommen müssen.

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Ein bisschen Stretching vor dem Kampf kann nicht schaden.
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Dummerweise beschränkt sich das nicht nur auf unsere zahlreichen Feinde, auch unsere Spielfiguren verfügen über ein nur sehr beschränktes Fertigkeitenmenü. So genügen prinzipiell lediglich zwei Knöpfe, um sich durch das insgesamt etwa 40 Stunden lange Spiel zu metzeln. Gezielte Kombos oder Endmoves? Pustekuchen! Die Helden dreschen von eurem Button-Mashing angetrieben auf die Monster ein und werden dabei nur von den Restriktionen der Ausdauerleiste aufgehalten.

Sobald diese recht kleine Anzeige geleert ist, müsst ihr einige Sekunden mit weiteren Hieben warten. Die Geschwindigkeit, mit der ihr euch erholt, beeinflusst ihr übrigens durch die Verteilung von Skillpunkten, die ihr bei Levelaufstiegen (bis 120) erhaltet. Bei dieser Gelegenheit ist es zudem auch möglich seine maximalen Hitpoints anzuheben oder auch die Glückspunkte zu erhöhen, mit denen die Droprate von schönen Gegenständen verbessert wird.

Verkaufe ein A!

Da euer Rucksack bereits binnen kurzer Zeit am überquellen ist, müsst ihr den Krempel entweder loswerden oder anderweitig verstauen. Aus diesem Grund findet ihr in den sechs Gebieten Götzen, die ihre Dienste anbieten (und gleichzeitig den Spielstand sichern). Dort verhökert ihr das meist nutzlose Zeug, legt es in einer Truhe ab oder synthetisiert es: Ihr verschmelzt Gegenstände mit verschiedenen Attributen zu einem - hoffentlich - besseren.

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Der hat aber ein hitziges Gemüt!
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Allerdings spielt hier auch wieder der Faktor Glück eine Rolle - es sei denn man setzt so viele Goldstücke ein, dass die Wahrscheinlichkeit auf 100 Prozent ansteigt. Letztendlich spielt das aber nicht wirklich eine Rolle, weil ihr auch mit einer schwachen Waffe effektiver sein könnt als mit einer starken. Das liegt daran, dass jede Waffe die Fähigkeit hat, Ausdauer zu regenerieren. Ist dieser Wert bei einem von der Angriffsstärke eigentlich höher einzuschätzenden Schwert niedriger als bei einem vergleichsweise schwachen Prügel, kommt man mit letzterem mit deutlich weniger Pausen aus.

Doch keine Sorge, wirklich wichtig ist das nicht, dafür bietet Kingdom Under Fire: Circle of Doom im Endeffekt einfach zu wenig Abwechslung und eine geringe Spieltiefe. Abgesehen von den beiden erwähnten Kampfknöpfen (Nah- und Fernkampf) habt ihr in Traumsequenzen zudem die Möglichkeit, Quests anzunehmen, nach deren Erledigung ihr Zusatzfertigkeiten beherrscht. Doch diese sind oft nutzlos oder einfach zu schwach, und schon deshalb lohnt sich der Aufwand, die immer gleichen, zufällig generierten Dungeons abzugrasen, eigentlich gar nicht.

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Deine Mutter ist bestimmt noch hässlicher!
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Und für das Vorankommen sind diese Fähigkeiten schon gar nicht nötig, zumal man immer und immer wieder durch dieselben Locations wandern muss - inklusive sinnlosem Backtracking. Weitere Negativpunkte an dem überwiegend monotonen Spielablauf sind neben einer teilweise vermurksten Kameraführung, die sich häufig im falschen Moment falsch ausrichtet, Endlosschleifen bei Angriffen der Feinde, in denen die eigene Spielfigur für Sekunden gefangen und abwechselnd niedergeworfen oder gelähmt wird.

Circle of Doom macht nur im Koop-Modus so richtig Spaß und versinkt ansonsten im Mittelmaß.Fazit lesen

Störend sind zudem die sehr, sehr linearen Wege, denen selbst ein Blinder problemlos folgen könnte, die häufig kaum sichtbaren fallen gelassenen Gegenstände und gelegentlich einbrechende Frameraten. Dabei sind Präsentation und Optik gar nicht mal so schlecht ausgefallen und für den einen oder anderen Hingucker gut, können das Spiel letztendlich aber auch nicht aus dem drögen Metzeleinerlei heraus retten.