Gregor ThomanekWas vor nunmehr über zehn Jahren als ambitioniert-merkwürdiges Experiment seinen Anfang nahm, ging mittlerweile über 10 Millionen Mal über die Ladentheken dieser Welt, hat Cosplayern ein neues Mekka beschert und spaltet die Rollenspielerfraktion in zwei Lager: Kingdom Hearts polarisiert. Seit jeher. Jetzt holen Sora, Micky und Konsorten in 3-D zum Rundumschlag aus, um im schier endlosen Spin-off-Wahnsinn endlich den Boden für den überfälligen dritten Teil der kunterbunten Reihe zu bereiten.
Nicht nur die fabelhafte Technik lädt zum Träumen ein: Dank frischer Ideen und sympathischer Charaktere das beste Kingdom Hearts seit Jahren. FazitMit der kleinteiligen Sisyphusaufgabe, die vertrackten Handlungsstränge der zahlreichen Nebenschauplätze von „Kingdom Hearts“ gekonnt zusammenzuführen, hat sich das neueste Abenteuer aus dem Hause Square-Enix eine tonnenschwere Bürde aufgelastet. Und während das Gewicht Serienneulingen bereits in den ersten Spielminuten die Luft zum Atmen nimmt, fühlen sich Veteranen sofort heimelig.
Die beiden stachelhaarigen Protagonisten Sora und Riku statten dem weisen Zauberer Yen Sid einen Besuch im mystischen Turm ab und bitten ihn im Kampf gegen Xehanort um Hilfe. Der aus dem Disney-Film Fantasia bekannte Robenträger rät den Freunden mit bedeutungsschwangeren Worten, die sieben schlafenden Schlüssellöcher mithilfe ihrer Schlüsselschwerter zu befreien, um zu Meistern des Schlüsselschwerts zu werden.
Die Rendersequenzen sind ein echter HinguckerAlles klar? Nein? Gut. Willkommen in meiner Welt. Als junger Bub habe ich anno 2002 noch mit Freuden das erste Abenteuer der jungen Helden verfolgt, die Serie danach aber schnell aus den Augen verloren. Heute drängt sich mir unweigerlich der Gedanke auf, wann aus der sympathischen Zusammenführung verschiedener Zeichentrick- und Videospielwelten eine dermaßen abstruse Geschichte entwachsen ist, die sich gern selbst in dicken, fetten Lettern das inflationär benutzte Wörtchen E-P-I-S-C-H auf die Stirn eingravieren würde.
Doch wir wollen fair bleiben: Nachdem der erste Schock überwunden wurde, muss man dem Handheld-Titel schnell einräumen, dass er mithilfe von textbasierten Rückblenden, zahlreichen Videos und einem überbordenden Glossar an Begrifflichkeiten und Charakterbeschreibungen auch Grünschnäbeln die Handlungstür einen Spalt breit öffnet. Viel mehr als ein mysteriöses Schimmern lässt sich anfangs zwar nicht ausmachen. Um den Anschluss an die Geschichte von Teil 2 (PlayStation 2) und Re:Coded (DS) zu finden, die „Dream Drop Distance“ nahtlos fortsetzt, reicht der Crashkurs aber allemal.
Rollenspiel-Experten freuen sich auf ein Treffen mit Neku Sakuraba und den anderen Charakteren aus dem Nintendo-DS-Geheimtipp The World Ends With YouDabei stolpern weniger sattelfeste Spieler mit fortschreitender Zeit immer wieder über viele kleine Anspielungen, die Kennern in regelmäßigen Abständen ein breites Grinsen auf das tiefenentspannte Gesicht zaubern dürften. Diese Ambivalenz zieht sich zwar wie ein roter Faden durch das Abenteuer, nimmt mit zunehmender Spieldauer aber zusehends ab.
Das liegt nicht zuletzt an den sympathischen Charakteren, die durch kräftige Farben sowie eine starke Mimik und Gestik regelrecht zum Leben erwachen – der grandiose 3-D-Effekt trägt dazu ebenfalls seinen Teil bei. Spätestens wenn Donald ängstlich bibbernd das Weite sucht oder Sora in schallendes Gelächter ausbricht, ist man völlig vom Charme dieser liebreizenden Welt gefangen.
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SIGN !!!
Kann es kaum auf KH3 warten
KH 1 und 2 waren aber super.
/signed.
KH1 und 2 hab ich gerne gespielt und würde mich über einen dritten Teil freuen
KH 1 und 2 waren aber super.