Gregor ThomanekNüchtern betrachtet zieht „Kingdom Hearts 3D: Dream Drop Distance“ einen Großteil seines Reizes aus den vielseitigen, abwechslungsreichen Welten. Sora und Riku besuchen den Raster aus TRON Legacy, halten im Vergnügungspark nach dem Lügenbold Pinocchio Ausschau, verhelfen Quasimodo im verwinkelten Notre-Dame zu neuem Selbstbewusstsein und lauschen den klassischen Klängen der Welt von Fantasia.
Im Kontrast dazu steht jedoch der lineare Verlauft der menschenleeren Gegenden: Mehr als ein paar Schatztruhen gibt es nicht zu entdecken und auch ein wenig Gesellschaft abseits des Wegesrands wäre der Atmosphäre zuträglich gewesen.
Die Kämpfe strotzen nur so vor EffektenVon mangelnder Beschäftigung kann aber keinesfalls die Rede sein, denn hinter jeder Ecke lauern Scharen von Traumfängern, die unseren Helden ans Leder wollen. Um der Feinde Herr zu werden, setzt Square-Enix auf das altbewährte Echtzeitkampfsystem, das serientypisch von der zickigen Kamera geplagt wird.
In der Hektik des Gefechts geht nämlich nicht nur ein Gegner nach dem anderen, sondern gern auch mal die Übersicht flöten. Dem lässt sich aber immerhin etwas mit der unästhetischen Circle-Pad-Pro-Erweiterung für den Nintendo 3DS entgegenwirken, wodurch die Kamerasteuerung von den Schultertasten auf den zweiten Stick verlagert wird.
Während das bekannte Hinkebein dem Spielfluss also regelmäßig ein paar Steine in den Weg wirft, hieven einige längst überfällige Modernisierungen das altbackene Kampfsystem dennoch auf eine neue Ebene. Als größter Gewinn stellt sich bereits nach wenigen Auseinandersetzungen der bereits im Vorfeld beworbene Freie Fluss heraus.
Auf Knopfdruck sausen die beiden Jungen im Sauseschritt auf Wände, Geländer und Laternen zu, um den Geschwindigkeitsschub für effektgeladene Angriffe oder höhere Sprünge zu nutzen. Pad-Akrobaten können durch die verschiedenen Kombinationen der Fähigkeiten einen regelrechtes Kombo-Fluss entwickeln, dessen Möglichkeiten aber schnell an seine Grenzen stoßen.
Deutlich facettenreicher gestaltet sich die Aufzucht der Pokémon-artigen Monster, die den beiden Protagonisten auf Schritt und Tritt folgen. Durch das Kombinieren verschiedener Substanzen lassen sich die freundlichen Pendants der grimmigen Traumfänger erschaffen und dank ihrer spezifischen Eigenheiten fortan in die eigene Kampfstrategie einbeziehen.
Minnie schlägt die tapferen Helden zu waschechten MusketierenSie teilen nicht nur kräftig aus, sondern können den zahlreichen Widersachern auch mit diversen Zaubern zusetzen oder als Heiler fungieren. Doch so praktisch die kleinen Weggefährten in den Auseinandersetzungen sind, so nervig gestaltet sich auf der anderen Seite ihre Aufzucht. In bester Tamagotchi-Manier wollen die Biester gestreichelt, gefüttert und bespaßt werden, was schon bald zu einer nervigen Pflicht verkommt.
Doch die Arbeit zahlt sich aus: Durch gewonnene Erfahrungspunkte und kitschige Kuscheleinheiten lassen sich auf den Fähigkeitsfeldern der Tierchen neue Attacken, Upgrades für verschiedene Werte und vieles mehr freischalten. Gemeinsam mit den spezifischen Spezialfähigkeiten, die untereinander noch einmal kombinierbar sind, bereichern die quietschbunten Wesen das Kampfsystem ungemein.
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Diablo 3
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