Mittelalter-Freaks und Singleplayer-Junkies, versammelt euch: Kingdom Come: Deliverance wird am 13. Februar 2018 in die Spielhallen einreiten! Zur Vorbereitung lade ich euch ein, mit mir gemeinsam den Schwertkampf zu erlernen, in den Krieg zu ziehen und einen mörderisch guten Mönch im Kloster zu entlarven.

Was genau ich gespielt habe und wie Kingdom Come: Deliverance jetzt aussieht, seht ihr im 25 Minuten langen Gameplay-Video:

Kingdom Come: Deliverance - 25 Minuten Gameplay23 weitere Videos

Ich durfte die fertige Version von Kingdom Come: Deliverance in München einen ganzen Tag anspielen und werde euch nun aus meinen Memoiren vorlesen. Setzt euch etwas näher ans Feuer, nehmt einen Kanten Brot und lauscht meiner Stimme.

Da ist Hopfen und Malz verloren

Als junger Bub und Sohn eines Schmieds stampfe ich durch die dreckigen Straßen eines böhmischen Dorfes; der Geruch von Kuhscheiße und dreckigen Menschen liegt in meiner Nase, doch ich bemerke ihn kaum noch. In der Ferne höre ich das Weinen der Bettler und Flüchtlinge, die mein Heimatdorf nach dem Angriff fluchtartig verlassen haben. Die, welche überlebten.

Kingdom Come: Deliverance in der Vorschau: Jeden Schlag mit dem Schwert richtet ihr minutiös aus

Ich folge dem Schwertmeister durch das Dorf, die unruhigen Augen über den flackernden Grashalmen. Hin und wieder weiche ich auf die Wiese aus, pflücke ein Blümchen und hoffe, bald die Kunst der Alchemie erlernen zu können. Ich muss schon sagen, diese Welt ist eine seltsame – keine Drachen oder Zwerge oder Orks, keine Wesen, die ich sonst in derartigen Rollenspiel-Ablegern gewohnt bin. Stattdessen braune Hühner, The-Witcher-artige Dorfhütten und etliche grimmige Menschen, die ihren Tagesabläufen folgen.

Ey Bub, nimm’ das verdammte Holzschwert und zeig’ was du drauf hast!”, holt mich der alte Mistkerl ins Geschehen zurück. Ich schnaufe und wünschte, ich hätte die Klinge bereits vor Tagen beherrschen können, als die Banditen mein Dorf niederbrannten und meine Eltern umbrachten. Auch ich bin ein Flüchtling. Gottverdammt.

Packshot zu Kingdom Come: DeliveranceKingdom Come: DeliveranceErschienen für PC, PS4 und Xbox One kaufen: Jetzt kaufen:

Ich greife mir die stumpfe Klinge und springe über den Zaun in den Schlamm. Der alte Mann zeigt mir die Grundpositionen des Schwertkampfs; die Klinge zum Himmel erhoben, links, rechts, unten link, unten rechts. Als weitere Stellungen folgen, schwirrt mir der Kopf: So blocke ich, so weiche ich nach rechts aus, nach links, so steche ich zu; und das alles soll ich in der Schlacht gleichzeitig einsetzen?! Während mir der Schweiß von der Stirn tropft, bemerke ich schnell, wie komplex der Kampf mit einem verdammten Holzschwert sein kann. Jede Position muss stimmen, jeden Angriff muss ich korrekt timen und kontern. Nach zehn Minuten treffe ich meinen Lehrer an der Brust und will gerade in Jubel ausbrechen, da lande ich kopfüber im stinkenden Schlamm. Ein schöner Schlamassel.

Realistische Schlachten: Einfach in die Menge rennen bringt euch nur den Tod

Ins Visier nehmen

Krieg ist immer gleich. Doch in diesem Königreich ist er anders, denn als ich viele Wochen später mit meinen Kameraden in die Schlacht ziehe, verdeckt das verdammte Visier die Welt um mich herum. Ein Text am oberen Bildschirmrand erzählt mir, ich hätte zwei andere Wege wählen können, hätte die feindlichen Söldner vergiften und ihre Pfeile niederbrennen können. Doch jetzt ist es zu spät. Jetzt sind wir auf uns allein gestellt.

Wie soll ich den Gegner mit diesem Visier sehen?! In der Schlacht kann ich keine Gegenstände ab- oder anlegen, ich bin völlig auf mich und meine Ausrüstung gestellt. Als es losgeht und die ersten Pfeile von der Seite geschossen kommen, weiche ich in letzter Sekunde aus und renne wie wild ins Geschehen, das Schwert erhoben.

Dieses Spiel ist aus echtem Schrot und Korn gemacht.Ausblick lesen

Der Kampf ist gnadenlos. Ich bringe zwei feindliche Soldaten zur Strecke, doch als mich drei von ihnen umringen, weiche ich zurück. Mit dem Bogen versuche ich es als nächstes, doch das Zielen fällt schwer: Kein Fadenkreuz, nicht einmal ein Punkt zeigt mir, wo der Stock mit Spitze landen könnte. Erst Übung macht den Meister, wie es aussieht.

Burg stürmen, brüllen sie. Bogenschützen ausschalten, sammeln. Ich schlachte, renne, schieße und die Welt verschwimmt, als sich meine Ausdauer dem Ende neigt. Dann wird der Bildschirm rot, da muss Blut in meinem Auge sein. Gottverdammt. Gott, ich sollte nicht so viel fluchen. Dann wird alles schwarz.

Spiellänge: 80-100 Stunden soll es dauern, bis ihr die Story samt aller Mission durchgespielt habt

Dieses Schlitzohr kriege ich

Wieder sind viele Wochen vergangen. Ich habe überlebt, doch nur knapp. Meine nächste Aufgabe besteht darin, mich als Mönch zu verkleiden und in einem Kloster einen Mörder ausfindig zu machen. Einzig mit den dreckigen Kutten am Körper fühle ich mich nackt und schutzlos. Dieser Plan ist verrückt, so viel steht fest.

Nein, diese Kerle im Kloster sind verrückt, das weiß ich jetzt. Mitten in der Nacht aufstehen, beten, essen, beten, arbeiten, beten – ich versuche mich an den Tagesrhythmus zu halten und trotzdem die Novizen auszufragen, aber ich weiß eben nicht, wem ich vertrauen kann. Nicht, dass ich dem Assassinen direkt ins Messer laufe, gottverdammt.

Dazu habe ich ständig Hunger und bin müde; und als mich ein Bruder erwischt, wie ich ein Mittagsschläfchen halte, werfen sie mich in ihr Verließ. Stunde um Stunde kriecht dahin, während ich untätig im Dunklen hocke; mein Hunger wächst, meine Müdigkeit ebenso. Als diese Mistkerle mich dann freilassen, fallen mir immer wieder die Augen zu. Ich taumle und meine Lebensanzeigen sehen nicht gut aus.

Vielleicht sollte ich mich doch jemandem anvertrauen. Oder eine der anderen Nebenaufgaben erledigen, um das Vertrauen eines Mönches zu erlangen. Wie bei jeder Aufgabe in dieser Welt, führen etliche Wege ans Ziel: Doch welcher wird meiner sein?

KLAPP - Schluss mit der Geschichtsstunde. Wärmt euch ruhig noch am Feuer und höret den Meister über Kingdom Come: Deliverance sprechen.

Wir haben den Meister gefragt

Meister Tobi sitzt neben mir im Münchner Studio; draußen schneit es ein wenig und ich bin froh, im Warmen zu sitzen. Um die Gunst der Stunde zu nutzen, frage ich ihn über sein Baby Kingdom Come: Deliverance aus; einige Missionen konnte ich jetzt immerhin selbst spielen.

Alles historisch korrekt: Vom Schwertkampf über die Story und die gezeigten Gebäude bis hin zu den braunen – nicht weißen! – Hühnern ist alles in Kingdom Come: Deliverance realistisch: Keine Drachen oder Zwerge, dafür die Nacherzählung tatsächlicher Ereignisse im mittelalterlichen Böhmen. Im Spiel wird es zudem etliche historische Dokumente geben, die ihr bei Interesse lesen könnt. Aber nicht müsst, denn Kingdome Come bleibt ein Rollenspiel, das ihr natürlich auch ohne Geschichtsstunde genießen dürft.

Essen, schlafen, waschen: Kingdom Come setzt zudem auf eine realistische und immersive Darstellung eures Charakters: Er muss essen, schlafen und kann sich auch waschen; solltet ihr das ignorieren, wird er mit zunehmendem Hunger schwächer, taumelt und kann sogar ohnmächtig werden. Also: Nicht zu lang schlaflos durch die Lande tigern!

Realistischer Schwertkampf & Trinkenbolde: Neben den typischen RPG-Elementen wie ein großes Inventar, viele Rüstungsteile sowie Waffen, Kräuter und Nahrungsmittel, fiel insbesondere der realistische Schwertkampf positiv auf: Ausrichtung sowie Technik (ob ihr stoßt, abwehrt oder normal zuschlagt) bleiben ganz euch überlassen, das heißt, ihr entscheidet selbst, ob ihr links oder rechts abwehrt oder zuschlagt und müsst demnach ganz genau darauf achten, wie sich euer Gegener bewegt. Falls euch das nicht anstrengend genug ist, könnt ihr mitten im Kampf schnellspeichern: Damit diese Funktion nicht missbraucht wird, trinkt euer Charakter während des Quick-Saves einen großen Schluck Schnaps. Und betrunken kämpfen ist nicht so spaßig, wie ihr es euch vielleicht vorstellt.

Singleplayer- und Story-fokussiert: Endlich wieder ein RPG, das sich trotz der offenen Welt auf die Story fokussiert; ihr spielt einen Charakter, dessen Leben ihr über etliche Entscheidungen bestimmten könnt, doch der Ausgang eurer Reise ist historisch festgeschrieben und wird sich demnach auch nicht ändern. Wie ihr jedoch dorthin gelangt, bleibt ganz allein euch überlassen.

Technik: Während des Events konnte ich schließlich noch viele Bugs feststellen. Es handelte sich zwar um eine 'finale' Version des Spiels, allerdings bezüglich des Inhalts und nicht des technischen Stands. Die Entwickler von Warhorse Studios sitzen ab jetzt bis zum Release am technischen Feinschliff: Ob im Februar dann alles glänzt und wunderbar läuft, sehen wir zum Release.