König Arthus, Excalibur, Pikten, Burgen, Ritter, Ehre und irgendwo auch noch das alte Rom... Ja, das ist der Stoff, aus dem Legenden sind. Wenn man nun den klassischen Stoff nur ein bisschen variiert und um böse Dämonen und engelsgleiche Lichtwesen erweitert, hat man eine ziemlich genaue Vorstellung von der Geschichte, die in King Arthur 2 den Ton angibt.

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Die Hexenkönigin Morgana lässt die Formorianer genannten Dämonen frei, die von den angesprochenen Lichtwesen dereinst verbannt worden sind. Nun sind sie wieder frei und bedrohen Britannien. Das ist aber zunächst noch nicht euer Problem. Ihr beginnt eure Laufbahn als Offizier der römischen Familie Sulla. Und müsst euch erst mal darum kümmern, dass ihr den aufkommenden Bürgerkrieg für euch entscheiden könnt. Denn ihr habt als wohlhabende Familie viele Neider...

King Arthur 2 - The Roleplaying Wargame - Reiter, Ritter, Rangeleien

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Dieser netten Frau ist es zu verdanken, dass die Dämonen los sind.
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Einige der Story-Quests spielen sich wie ein Multiple-Choice-Gespräch in einem Rollenspiel. Je nachdem, wie ihr euch verhaltet, bekommt ihr andere Möglichkeiten und andere Missionen. Das ist schön gemacht, es bleibt aber abzuwarten, ob die Strategiespieler bereit sind, sich durch Textwüsten zu klicken, wobei mir die multiple Struktur der Quest-Vergabe an sich gut gefallen hat.

Kenner der Serie wird sofort auffallen, dass sich an dem Grundsatz der Spielweise nicht viel geändert hat. Noch immer schickt ihr rundenweise eure Armeen über die Karte Britanniens, befreit bestimmte Stätten und Städte und versucht Provinzen zu erobern. Hier wird neben der Bewegung auch der Forschung und der Diplomatie gefrönt. Alles in allem bleibt's wie gehabt, nur dass man wesentlich mehr entdecken kann und auch die kleineren Ortschaften aufrüstbar sind.

Diese Karte der Welt sieht bemerkenswert gut aus. Überall gibt es Details zu entdecken und Quests zu bewältigen. Es gibt Wetter- und Jahreszeitenwechsel, was sehr zur Atmosphäre beiträgt. Die Menüs sehen ansprechend und nicht überladen aus. Im Gegenteil: King Arthur 2 orientiert sich klar an Rollenspielgrößen und Skilltrees, um für mehr Übersicht des Erfahrungszuwachses der kampferprobten Truppen zu sorgen.

Apropos Kämpfe: Diese machen nicht einmal eine halb so gute Figur wie die Quest-Struktur oder die große Übersichtskarte. Die Texturen sehen bislang extrem matschig und lieblos aus, die Armeen bestehen aus riesigen Ansammlungen von Klonen, die auch alle Waffen vom Fließband haben und völlig lustlos und demotiviert aufeinander einschlagen. Von den perfekt durchchoreographierten Kämpfen eines Total Wars ist hier nichts zu spüren, was verwunderlich ist, bedient sich King Arthur 2 doch völlig offensichtlich beim Genreprimus.

King Arthur 2 - The Roleplaying Wargame - Reiter, Ritter, Rangeleien

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Die Armeen sind riesig. Nur blöd, dass sie aus schlecht animierten Klonen bestehen.
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Auch die verschiedenen Formationen, Marschgeschwindigkeiten, Fernkampf-, Nahkampf-, Flugeinheiten und Zaubersprüche machen die Gefechte nicht wirklich spannender. Zwar gibt es die neue Spielmechanik des Magieschildes, das sich durch gehaltene strategische Punkte auflädt und die Wirkung feindlicher Zauber abmildert. Doch wirkt das seltsam übergestülpt, da der Kampf an sich schon äußerst mühselig in Gang kommt und selbst im dichtesten Getümmel so aussieht, als schlügen sich ein paar Rentner, die eigentlich keine Lust auf Stress haben.

Dynamisch ist anders. Gewinnen kann man übrigens nicht mehr, indem man die Victory-Points aus dem ersten Teil sammelt, sondern eine Schlacht ist erst dann gewonnen, wenn der Feind restlos niedergemacht worden ist. Strategische Punkte bringen nur noch das Magieschild und Zaubersprüche.
Immerhin bleiben die Leichen liegen, sodass es wenigstens nach dem Kampf so aussieht, als hätte es richtig gerummst.