Die Total-War-Reihe hat einen Konkurrenten, der nicht daran denkt, das Schwert beiseite zu legen: King Arthur. Ein kleines Entwicklerstudio konnte mit dem ersten Teil vor einem Jahr einen Achtungserfolg einfahren. Jetzt werkelt das Team bereits kräftig am Nachfolger.

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Die Legende um König Artus ist häufig erzählt worden, in unzähligen Varianten. Was davon ist ausgedacht, was glaubhaft, was bloße Spinnerei? Die Bandbreite ist riesig, die Literatur zum jungen Mann, der das Schwert aus dem Stein gezogen haben soll, enorm umfangreich. Eines ist jedoch sicher: Die Sage kann genau aus diesem Grunde hervorragend in unterschiedliche Zusammenhänge gesetzt werden.

Beim Entwicklerstudio Neocore heißt das „Role-Playing Wargame“. Sprich: Besondere Charaktere spicken riesige Armeen, die ich wie in der Total-War-Reihe über weitläufiges Gelände kommandiere. Und wenn sich nicht bis zu drei- bis viertausend Einheiten zugleich auf meinem Bildschirm im Echtzeitstrategie-Modus auf die Helme hauen, schiebe ich auf einer taktischen Karte die Armeemarker durch die Provinzen Britannias.

Im ersten Teil hatte König Artus die südlichen Ländereien wieder geeint, die Ritter der Tafelrunde kämpften erfolgreich mit dem Träger des magischen Schwertes Excalibur. Das klingt eigentlich nicht nach einer Fortsetzung. Sondern eher nach intensiver Pflege der Plattenrüstung im Schrank. Doch die Bulgaren nehmen sich die Freiheit, Elemente der Sage neu zu interpretieren. „Wenn die größte Geschichte der Ritterlichkeit endet, beginnt der Albtraum“, bewerben Neocore und Publisher Paradox den Nachfolger.

King Arthur 2 - The Roleplaying Wargame - Morgause und Magie - König Artus bekommt Probleme

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Dunkle Kreaturen mit Glatze überrennen das Land. Kein Problem, sagt der Held...
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Und so schicken die Macher dunkle Horden der Fomorian in Schlachten gegen die Ländereien des Südens. Inmitten des Reichs hat sich ein Portal geöffnet, aus dem die Kreaturen wie Blut herausströmen, das nicht gerinnen will. Verantwortlich ist die Hexenkönigin Morgause, die König Artus am liebsten vom Erdboden verschluckt sehen würde. Die edlen Ritter der Tafelrunde sind zerstritten und bekämpfen sich gegenseitig. Die ehemals ehrenhafte Burg Kamelot ist nur noch eine Ruine, der Heilige Gral zerstört.

Allerlei Kreaturen marschieren über die Schlachtfelder gegen meine Armeen. Im ersten Teil beschränkte sich das Geschehen der Echtzeitschlachten noch auf Bodentruppen, jetzt fliegen auch riesige, mächtige Drachen über Wälder, Hügel und weite Steppen. Wenn es grau wird über Britannia, wenn das Wetter zu Regen umschlägt, dann fühlen sich die Truppen, die aus dem Dunkel kamen, heimisch und schlagen effektiver zu. Findet der Kampf um die Vorherrschaft am hellichten Tag und bei Sonnenschein statt, sind die Ritter des Lichts ihrerseits im Vorteil.

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Strategische Punkte im Gelände muss ich erobern, um die Armeen zu besiegen und die Territorien unter meine Kontrolle zu bringen. Dafür gibt’s während der Schlacht weitere Extras wie spezielle Zaubersprüche oder verbesserte magische Schilde. Neben der neuen Coretech-2-Engine, die bei King Arthur 2 bis zu 100.000.000 Polygone zugleich darstellen soll, sind die Entwickler vor allem auf das neue Magiesystem stolz. Kern ist sind die erwähnten Schilde, also die Resistenz gegen Sprüche des Gegners. Und natürlich kann so auch das Wetter beeinflusst werden.

Jeder Zauberspruch hat eine bestimmte Stärke – übersteigt sie die Widerstandsfähigkeit des gegnerischen Schildes, wirkt der Angriff. Ansonsten prallt er ohne Effekt ab. Neben den Truppen auf dem Schlachtfeld muss ich also immer ein Auge auf die Anzeige in der oberen rechten Ecke des Bildschirms haben. Versucht der Gegner, mich per Spruch zu attackieren, taucht ein Symbol über der entsprechenden Einheit auf. Dann bleibt sogar noch die Möglichkeit, in letzter Sekunde einen Unterbrechungszauber zu aktivieren – zum Leidwesen meines Widersachers.

Sieht alles nach einer richtig guten, bodenständigen RTS-Rollenspiel-Mischung aus.Ausblick lesen

Jeder meiner Helden hat eine spezielle, eigenartige Fähigkeit und wird wie die Bogenschützen, Schwertkämpfer oder andere Truppenregimenter bei genug Erfahrung auf dem Feld gelevelt. Zudem gibt es auch einen globalen Fähigkeitenbaum. Natürlich hebt sich die Moral meiner Einheiten, wenn mit ihnen ein Anführer marschiert. Das ist nötig. Wenn ich sehe, wie riesige Armeen aufeinanderprallen, wie dunkle Horden im Regen auf die Stahlrüstungen meiner Ritter treffen, wie riesige Kreaturen inmitten Tausender Kämpfer in meine Richtung stampfen, dann überkommt auch mich ein mulmiges Gefühl.

Noch beeindruckender sind die erhabenen Drachen, deren riesige Flügel auf- und abbschwingen, nur auf das Kommando wartend, ein paar menschliche Ameisen mit ihrem Feueratem zur Unkenntlichkeit zu verbrennen. Die massigen Lindwürmer sind exemplarisch dafür, dass der zweite Teil von King Arthur kein Zwitter mehr ist – es hat einen gewaltigen Drall bekommen, von der Sage um König Artus und das Schwert in Richtung Fantasy.

King Arthur 2 - The Roleplaying Wargame - Morgause und Magie - König Artus bekommt Probleme

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... und zieht sein Schwert beim Aufeinandertreffen des Guten und des Bösen. Oder so.
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Auf der taktischen Übersicht erkunde ich zwischen den Schlachten auf einer doppelt so großen Karte wie im ersten Teil die Territorien Britannias. Ein Zug dauert dabei nicht mehr je eine Jahreszeit, sondern einen Monat. Neocore war sich noch nicht sicher, ob die Armeen wie im ersten Teil im Winter ihr Lager aufschlagen müssen und nur dort neue Fähigkeiten erlernt werden können. Mehr Zeit für die drei verschiedenen Quest-Arten bleibt aber auf jeden Fall.

Entweder ich schicke Truppen in die Schlacht, versuche mit diplomatischen Kniffen weiterzukommen – oder suche das Abenteuer. Meine Entscheidungen während der etwa 40 Stunden Kampagnen-Spielzeit beeinflussen auch mein eigenes Fortkommen. Bin ich eher christlich eingestellt oder heidnisch? Rechtschaffen oder nicht?

Vor allen anderen sind die Abenteuer-Quests eine Wundertüte. Neben Gold oder Gegenständen für meine Helden können mir die Aufgaben sogar Land einbringen. Zudem steigt mein Ansehen im von dunklen Horden geplagten Kontinent und die Moral meiner Kämpfer wird besser oder schlechter, je nach Erfolg. Auch ein rudimentäres Crafting-System haben die Entwickler eingebaut. Ältere, im Laufe der Kampagne nicht mehr besonders effektive Items werden dabei teilweise zu neuen, mächtigeren kombiniert.