Stellt euch vor, ihr geht durch einen Wald, nur mit einem Laib Brot und etwas Butter bepackt. Da steckt auf einmal ein Schwert in einem Stein, ihr zieht es heraus, wollt eure Stulle schmieren und auf einmal spricht euch jeder als König an. Zugegeben, Arthur ist wohl etwas bewusster an seine sagenhafte Regentschaft herangegangen, aber nachdem ihr in King Arthur das Schwert aus dem Stein gezogen habt, dürft ihr die Suppe seiner Regierungsarbeit auslöffeln.

Die Arthussage hat ihren Ursprung wahrscheinlich in Geschehnissen, die zwischen dem 2. und 5. Jahrhundert in Britannien stattfanden, doch genau wie in der Verfilmung von 2003 mit der hinreißenden Keira Knightley und einem sehr sächsischen Til Schweiger ist Ubisofts und Neocore Games’ Titel optisch im Hochmittelalter angesiedelt, also rund 700 Jahre später. Wir konnten schon jetzt einen Blick auf die kommende Mischung aus Echtzeit- und Rundenstrategie werfen, die mit einer Prise Rollenspielelementen gewürzt wird.

Zu Beginn der Solo-Kampagne erfahren wir im Intro, das anfangs aus liebevoll gemachten Zeichnungen, später aus Ingame-Szenen besteht, dass Britannien im Chaos versinkt und die Feen und Riesen sich wieder erhoben haben. Unsere Laufbahn nimmt ihren Anfang in Cornwall, am südwestlichsten Ende der Insel.

Krieg ist unvermeidlich

Unser kleines Reich wird von plündernden Rebellen heimgesucht, doch unser Ziehvater führt uns nicht nur in unsere Aufgaben als Herrscher und Feldherr ein, sondern stellt uns auch noch seinen leiblichen Sohn Sir Kay als Ritter zur Seite und packt ein paar Truppen als Dreingabe auf. Unsere erste Aufgabe besteht folgerichtig darin, die Aufständischen loszuwerden.

King Arthur - Total War trifft Fantasy

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King Arthur orientiert sich eher lose an der Arthussage.
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Die beiden Hauptelemente in King Arthur sind die rundenbasierte Weltkarte und Schlachten im Echtzeitmodus in kleineren Gebieten, wie man es aus der Total-War-Serie von Creative Assembly und Sega kennt. Im Rundenmodus können wir Helden, Armeen und Verbände aus beidem Zug um Zug bewegen, wobei ein Jahr in vier Runden, verteilt auf vier Jahreszeiten, aufgeteilt ist.

Im Frühjahr, Sommer und Herbst dürfen wir unsere Einheiten frei bewegen und nahezu sämtliche Aktionen ausführen. Nur im Winter sind wir zum Ausharren verdammt, während gewonnene Erfahrungspunkte in Einheitensteigerungen investiert und Technologien wie Gesetze erforscht werden. In unseren ersten Runden bewegen wir uns lediglich auf die Rebellentruppen zu und greifen an.

King Arthur - Total War trifft Fantasy

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Auf der Karte gibt es viel zu entdecken, und alle Orte zu erkunden artet schnell in Arbeit aus.
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Schlachten können wahlweise vom Computer berechnet (was sich allerdings nur empfiehlt, wenn man deutlich überlegen ist) oder eigenhändig befohlen werden. In den meisten Situationen obliegt uns die Wahl des Schlachtfeldes, bevor der Waffengang erfolgt. Drei verschiedene Territorien stehen dann zur Auswahl, wobei diese sich nicht nur in der Beschaffenheit aus Wäldern, Hügeln und Flüssen wie Seen unterscheiden, sondern auch in der Anzahl der Victory Locations.

Haltet die Stellung!

Die Victory Locations können erobert und gehalten werden, glückt das lange genug, gelingt der Sieg, auch ohne die Truppen des Feindes vernichtend zu schlagen. Außerdem bringen diese Orte, beispielsweise Steinkreise oder Dörfchen, ihrem Besitzer Boni. So erholen sich Truppen in ihrer Nähe schneller, es stehen Zauber zur Verfügung oder es gibt zum Ende der Schlacht mehr Gold, wenn man siegreich ist. Da überlegt man sich schon einmal genau, ob es sich nicht lohnen würde Truppen von der Hauptschlacht abzuziehen.

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König Mark befindet sich als Held in unseren Reihen.
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Gold und Nahrungsmittel sind übrigens die beiden Ressourcen im Spiel, die auf keinen Fall ausgehen sollten. Schließlich dienen diese nicht nur zur Zahlung der laufenden Kosten, sondern können auch in Rollenspielsituationen hilfreich sein. Entdeckt man auf der Rundenstrategie-Karte eine Schriftrolle, lassen sich hier Abenteuer bestehen. Theoretisch würde es reichen, einen einsamen Ritter dorthin zu entsenden, aber etwas Schlagkraft im Rücken ist stets ratsam.

Die Rollenspielelemente lassen nostalgische Gefühle aufkeimen, denn mit Abenteuern im Stile von Dragon Age oder Drakensang haben sie nichts zu tun. Stattdessen klickt man sich durch Multiple-Choice-Dialoge und muss Entscheidungen treffen, was man als Nächstes unternehmen möchte. So können wir einem Druiden, der uns einen Dienst erweisen soll, wahlweise Nahrungsmittel geben, ihn bedrohen oder unsere Hilfe gegen die Christen anbieten.

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Optisch muss sich King Arthur noch der Total-War-Reihe geschlagen geben.
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Diese errichten in der Nähe ein Kloster, also dort hin und wählen, ob wir angreifen, drohen oder helfen wollen. Ein paar der Gläubigen sind laut des Abtes in den Wäldern verschollen. Bringen wir diese zurück, verliert das Kloster als Sammelpunkt an Bedeutung und der Bau wird eingestellt, alle sind glücklich und wir erhalten druidische Hilfe bei einer Schwertweihe.

Die Qual der Wahl

Unsere Entscheidungen wirken sich stets aus. Auch ohne das Rollenspiel müssen wir immer wieder Partei ergreifen. Unterstützen wir von zwei zerstrittenen Brüdern den edlen Kämpfer oder den Tyrannen, helfen wir einem Christen oder einem Anhänger des alten Glaubens? Zum Dank schließen sich von Seiten der Unterstützten schon mal Truppen an oder wir erhalten sogar eine Provinz zur Regentschaft.

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Die Reiterei prescht nach vorne, leider sehen sich die einzelnen Reiter etwas zu ähnlich.
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Außerdem können wir in einem Koordinatensystem ablesen, wo wir mit unserer Gesinnung zwischen edel und tyrannisch, dem alten Glauben folgend oder christlich stehen. Abhängig davon verfügen wir auch über unterschiedliche Magiefähigkeiten, Technologien und Truppentypen. Einheiten lassen sich meist wie aus Total War bekannt in Siedlungen ausheben, Magie wirken unsere Helden in der Schlacht über das Interface.

Eine spannende Geschichte, Rollenspiel- und Fantasy-Einflüsse: King Arthur ist mehr als ein bloßer Total-War-Klon.Ausblick lesen

Die Steuerelemente haben ein angenehm nostalgisches, aber unaufdringliches Design, das Spiel ist farbenfroh, aber nicht kitschig. Neben der Weltkarte sind vor allem das Armeemanagement und die Tafelrunde wichtige Elemente, mit denen sich die Geschicke unserer Untertanen lenken lassen. Außerdem wird Diplomatie im Laufe des Spieles immer wichtiger, schließlich ist Krieg nicht immer die ultima Ratio.

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Das Diplomatiemenü ist simpel, aber effektiv.
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Dabei sehen die bewaffneten Auseinandersetzungen durchaus gut aus. Besonders die Bäume und Grasflächen sind durchweg gelungen, insgesamt verzaubert einen die Landschaft regelrecht. Dafür sehen die Soldaten noch zu uniform aus. Anstatt bunt gemischter Uniformen, wie man sie aus Total War gewohnt ist, blicken wir innerhalb einer Formation auf lauter identische Männchen. Lediglich die Gesichter oder Reittiere unterscheiden sich im Detail. In der Nahansicht sind zudem viele Texturen nur niedrig auflösend.

Die Landkarte im Rundenmodus hingegen sieht geradezu malerisch aus und überzeugt mit vielen kleinen Details. In Kombination mit dem Interface und der Hintergrundmusik kommt schnell mittelalterliche Stimmung auf, die von den gelungenen Erzählerstimmen noch verstärkt wird. Wir sind schon jetzt sehr auf den Mehrspielermodus gespannt, der sich in unserer Vorschauversion leider noch nicht spielen ließ.