Die giftige Atmosphäre von Killzone 2 musste nur wenige Dämpfer ertragen. An erster Stelle dieser kurzen Liste stand das zu schwerfällige Aiming, das zwar die Realität mit einer Pseudo-Waffenschwere nachahmen wollte. In der Praxis stieß diese Art der Steuerung jedoch auf geringe Gegenliebe - weshalb die niederländischen Entwickler Guerilla Games diesen Punkt durch einen späteren Patch wegschwemmten.

Nach ausgiebigen Spielsessions mit der laufenden Multiplayer-Beta von Killzone 3 können wir nun vermelden: Die Kritik ist angekommen. Vom ersten Moment an ist quasi spürbar, wie viel besser und flüssiger sich die Steuerung des Ego-Shooters anfühlt. Vergessen sind die Zeiten, in denen wir wie schwerfällige Roboter auf Zielsuche umhertapsten, Drehungen gefühlte Stunden benötigten, jedenfalls eine in diesem schnellen Genre kleine, aber unverzeihliche Ewigkeit andauerten.

Das Handling der Helghast- respektive ISA-Soldaten fällt viel geschmeidiger aus, auch wenn letzte Überbleibsel der etwas schwammigen Zielaufschaltung für ein moderat nervöses Fadenkreuz sorgen. Hier haben die Niederländer durchaus noch Raum für Verbesserungen.

Killzone 3 - Vielseitiger, dynamischer, bombastisch: So müssen Nachfolger sein

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Stationäre Geschütze oder auch Mech-Suits können den Schlachtenverlauf entscheidend beeinflussen.
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Trotz des Alpha-Status’ und lediglich drei bisher offenbarter Karten dürfte dieser Spielraum in anderen Bereichen des Shooters wohl kaum notwendig sein - zumindest, wenn sich das Gezeigte auf den Rest von Killzone 3 übertragen lässt. Optisch verabschieden sich die Macher vom vorherrschenden Grau früherer Ausgaben und fackeln ein wahrlich berauschendes Inferno an intensiven Farben und Effekten ab. Zum Beispiel auf der Karte „Corinth Highway“, die schon jetzt verdammt gut aussieht: eine in Trümmern liegende Stadt voller Ruinen, in deren Hintergrund martialische Schlachtszenen mit titanischen Walkern ablaufen. Wow!

Im krassen Kontrast dazu steht „Frozen Dam“, eine völlig vereiste und zugeschneite Landschaft, in der technische Einrichtungen und Gebäude jede Menge Raum für bleihaltige Gefechte bieten. Beeindruckende Umwelteffekte wie Schneetreiben und die gleißend weiße Szenerie erinnern an Lost Planet und zeugen vom Abwechslungsreichtum der Map-Designer, die rundum gelungene Schlachtfelder mit einer wirklich ansehnlichen Architektur entwerfen.

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Das Design der Maps punktet mit einer hervorragenden Inszenierung.
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Guerilla hat jedoch auch Änderungen und Verbesserungen an einigen weiteren grundlegenden Spielmechaniken vorgenommen, die der dritten Episode absolut zugutekommen. Beispielsweise die stringentere und übersichtlichere Einteilung der Soldatenklassen in fünf Rubriken, die nun viel einfacher zu durchschauen sind. Freut euch auf eine gute Mischung sich ergänzender Truppenteile: vom Ingenieur, der automatische Geschütze aufstellt, über den Medic mit allerlei Hilfsmitteln wie z. B. einer fliegenden Drohne bis hin zum Infiltrator, als Mitglied der feindlichen Fraktion getarnt und den Kontrahenten in den Rücken fallend. Scharfschützen und Taktiker vervollständigen dieses Triumvirat.

Tödliches Nahkampfgeschnetzel

Wie es sich für ein modernes Ballerspiel gehört, erhalten wir im Laufe der Zeit Zugriff auf eine Reihe von verbesserten Waffen und unterschiedliche Gadgets, die uns den Kampf erleichtern. Ob es sich hier um Verbesserungen für die drei Primärwummen und ebenso viele Sekundärbleispritzen handelt oder nützliche Upgrades, die Parameter wie Feuerkraft und Nachladegeschwindigkeit beeinflussen - wir lassen uns gerne mit derlei Motivationskarotten bei Laune halten.

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Schwer bewaffnete Jetpacks bieten alternative Angriffsmöglichkeiten.
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Ähnliches gilt für eine ganze Reihe weiterer spielerischer Bonbons, die das Schlachtengetümmel abwechslungsreich gestalten. Etwa ein mit durchschlagskräftigen Maschinengewehren ausgestattetes Jetpack, stationäre Geschütze, Fahrzeuge und mächtige Mech-Anzüge - Technologien, mit deren Hilfe der Ausgang vieler Gefechte beeinflusst wird. Diese Funktionen wirken alles andere als aufgesetzt und fügen sich vortrefflich in den Spielablauf ein. Eine sehr gute Ergänzung sind zudem die neuen Nahkampffähigkeiten. Im richtigen Moment aktiviert, startet ihr nun kurze Sequenzen, in denen ihr euren Feinden die Augen ausstecht, das Genick brecht oder die Kehle durchtrennt. Im Gegensatz zu früheren Nahkampfattacken sind diese Manöver ab sofort tödlich.

Das trifft übrigens auch auf die computergesteuerten Gegner im Bot-Modus zu, die sich durchaus clever anstellen und für Übungsrunden, in denen ihr die Maps erkundet und kennenlernt, sehr gut eignen. Die Bots wenden alle Fertigkeiten an, die auch euch zu Verfügung stehen, und verzeichnen dabei hinterhältige Nahkampfattacken aus dem Schleichen heraus!

Guerilla hat sich anscheinend intensiv mit der Kritik am zweiten Teil befasst und Probleme konsequent beseitigt.Ausblick lesen

Für den Betatest wurden drei Modi vorgestellt. Am simpelsten geht es bei Guerilla Warfare zu, hier liefern sich die beiden Seiten lupenreine Team-Deathmatch-Gefechte. Die zwei anderen Modi Warzone und Operations sind vielschichtiger konstruiert. In Warzone erhalten die Teams feste Angriffs- und Verteidigungsaufgaben, die euch taktisches Teamplay abnötigen. Auf sich allein gestellt kann niemand die vorgegebenen Ziele erreichen.

Noch bunter, abwechslungsreicher, chaotischer und vor allem kriegerischer treibt es Killzone 3 im Modus Operations mit uns. Aufgaben wechseln hier in schneller Folge, ohne Unterbrechung sollen wir Ziele ausschalten, Stellungen verteidigen, Feinde eliminieren, Sender platzieren. Sagte ich: ohne Pause? Stimmt nicht! Zwischen einzelnen Stationen visualisieren dramatische Zwischensequenzen den Kriegsverlauf.

Killzone 3 - gamescom 2010 Multiplayer Trailer6 weitere Videos

Wenn sich am derzeitigen Stand des Mehrspielermodus’ etwas kritisieren lässt, dann ist das wohl die Abwesenheit eines Server-Browsers. Ohne manuelle Eingriffsmöglichkeiten ordnet euch das Spiel den laufenden Spielsessions zu. Ein Teamwechsel ist selbst dann nicht möglich, wenn eine Seite im Nachteil ist. Hier sollte Guerilla noch nachbessern.