Schon Teil 2 war eine gewaltige Materialschlacht: Für holländische Verhältnisse wurde mit einem zweistelligen Millionenbetrag ein nie dagewesener Aufwand betrieben. Für die Kohle bekamen Spieler auch so einiges geboten, denn satte Gefechte, intensiver Feindkontakt und reihenweise Spezialeffekte ließen die Killzonies weder zum Atmen noch zum Nachdenken kommen. In diesem bleihaltigen Spektakel gingen fast sogar die Kritikpunkte unter.

Denn trotz der beeindruckenden Nutzung der PS3-Technik verbarg sich hinter dem Haudrauf-Gaming ein konventioneller Ego-Shooter, der den Konsolenspielern lineare Level, herkömmliches Spieldesign und nicht die hellste Partner-KI vorsetzte. Ein großes Mehr von allem versprechen die Macher nun für die dritte Welle an Angreifern.

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Größer, weiter... und besser?

Ein kurzer Schwenk auf den Vorgänger ruft noch einmal die Bilder vom Sturm auf den Palast der Helghast wach. Der Regent wird exekutiert, aber der Kampf scheint gerade erst begonnen zu haben. Da man sich schon vorab mehrere Stunden lang einen Weg durch die Hauptstadt geschossen hat, ist das fast schon eine unglaubliche Wendung. Da man aber in der Unterzahl mitten in der Höhle des Löwen gefangen ist, erscheint einem das als logischer Schluss. Nun muss man im neuesten Teil eine irrwitzige Tour quer über den lebensfeindlichen Heimatplaneten der Helghast unternehmen. Die Trümmerfelder des Häuserkampfes aus Killzone 2 weichen dementsprechend neuen Umgebungen.

Killzone 3 - Auf Helghan ist die Hölle los

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In Killzone 3 geht es auf verschneites Terrain.
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Unter anderem lernen die Marines die vereisten Bergkuppen der hiesigen Gebirgswelt kennen. Wenn die Kämpfer auf dem Gipfel stehen und die Schneestürme um sie herum wehen, geht auch unweigerlich die gefühlte Temperatur vor dem Bildschirm deutlich nach unten. Jede einzelne Schneeflocke ist dabei animiert und ergibt ein lebendiges Bild von der Spielumgebung. Die einzelnen Abschnitte sollen übrigens deutlich weiter ausgedehnt sein als in den Vorgängern.

Wenn man an den recht begrenzten Raum zurückdenkt, eröffnen sich wohl ganz neue Möglichkeiten und lässt auf taktische Tiefe hoffen. Wenn dann auch noch die künstliche Intelligenz mitspielt, könnte auch der Singleplayermodus voller anspruchsvoller Gefechte stecken.

Brutale Botanik

Nicht nur die Helghan-Gebirge müssen von den Zockern durchquert werden, sondern auch das Dschungeldickicht. Auch hier zeigt sich, dass die Helghast keine halben Sachen machen. Undurchdringliche Pflanzenwelt erschwert das Weiterkommen, zu allem Überfluss haben die leuchtäugigen Einwohner des Planeten hier eindeutig Heimvorteil. Man kann sich durchaus vorstellen, dass sie eine grantige Wut auf die Eindringlinge von der Erde haben, die soeben ihren geliebten Diktator über den Jordan schickten.

Killzone 3 - Auf Helghan ist die Hölle los

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Grafisch lässt die PS3 mit Killzone die Muskeln spielen.
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Für ein Volk, dass von hochgezüchteten Militärs regiert wird und deren einzige Philosophie das Mündungsfeuer zu sein scheint, ist so eine leitende Hand schon wichtiger als für ein freigeistiges Menschlein – selbst wenn es sich dabei um einen bis an die Zähne bewaffneten Elite-Marine handelt.

Dass die Entwicklungen auch während der versuchten Invasion der Erdstreitkräfte weiter getrieben wurden, versteht sich von selbst. Deshalb stehen neue Kriegsmaschinen in den Hangars, deren Einsatz auch den Menschen von Nutzen sein kann. Dazu muss das Spielzeug erst einmal gekapert werden. Genau der richtige Job für ein Platoon, das sowieso nichts mehr zu verlieren hat. Die Begegnung mit einem großen Kampfpanzer ist schon imposant. Wirklich dicke kommt es, wenn das schwere Fluggerät auch noch auftaucht, um den Spielern mächtige Lasersalven auf den virtuellen Pelz zu brennen. Glücklicherweise steht ja auch noch ein Gleiter zu Verfügung, mit dem sich effiziente Ausweichmanöver durchführen lassen.

Groß angelegte Nonstop-Ballerei, die Fans die Action-Vollbedienung um die Ohren pusten will – dieses Mal sind die Helghast wirklich sauer.Ausblick lesen

Auch auf dem Wasser geht es heiß her, wenn man mit schwimmenden Festungen in eine Schlacht mit feindlichen Schiffen zieht. Obendrein erschwert mächtiger Wellengang und stürmische See das Zielen und natürlich auch die Weitsicht. Opfer für Opfer muss sich der Trupp ans rettende Ufer tasten. Die animierten Wellen verblüfften schon in den Trailern – im Spiel wird daraus sicherlich eine dramatische Sequenz, die den Shootisten allerhand abverlangt. Ebenso soll es noch Begegnungen im Weltraum geben. Die Helghast sind nun einmal überall, und sie lassen nicht von ihrem Ziel ab, die Menschheit endgültig von den Sternkarten zu pusten.

Mächtig Druck in der dritten Dimension

Auch für Mehrspieler-Freaks wird gesorgt. Verschiedene Spielmodi lassen auf Konfrontationen hoffen, die auch für Clans und andere eingespielte Mannschaften attraktiv sind. Das Multiplayer-Filetstück war schon bei Killzone 2 eine äußerst Runde Sache. Schwer vorstellbar, dass die Niederländer um die Guerilla Studios sich nun einen Rückschritt erlauben werden. Es ist noch nicht bekannt, wie viele Maps es in den Umfang schaffen. Bei einer ausreichenden Anzahl wird der Spielspaß wahrscheinlich wieder für lange Zeit reichen. Wenn die Karten zusätzlich auch noch genauso aufgebohrt werden wie die Areale im Storymodus, kann man sich auf ausführliche Shootouts und strategische Kriegsführung freuen.

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In 3D kommen solche Szenen besonders gut zur Geltung.
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Schon Teil 2 setzte Maßstäbe und zeigte das technische Potenzial der Playstation 3 auf. Das Entwicklerteam hat sich mittlerweile noch besser mit der Konsole und ihrer Programmierstruktur angefreundet, was man vor allem optisch sieht. Auch die kommenden Erweiterungen von Sonys Daddelkasten werden ausgenutzt. Die dritte Episode wird deshalb auch Playstation Move unterstützen und kann mit dem Motion-Controller auch ohne Joypad gespielt werden. Mit dem 3D-Update soll der Krieg auf Helghan auch an räumlicher Tiefe gewinnen. Als ob man nicht sowieso schon unweigerlich in Deckung springen will, werden also die Trümmer noch realistischer um die Spielerohren fliegen. Das verspricht ein deutliches Plus an XXL-Dramatik.

Auch die Nahkampf-Moves lassen sich sehen. Springen die Soldaten über die Deckungen, hinter denen sich die gepanzerten Helghast verschanzt haben, zeigen sie sich von ihrer unbarmherzigen Seite. Mit Bajonetten oder bloßen Händen werden die Feinde malträtiert und schnell zu ihrem Schöpfer geschickt. Mitunter geht es dabei heftig zur Sache, wenn zum Beispiel ein Genick gebrochen wird oder sich der Stiefel eines Marines seinen Weg in das maskierte Gesicht seines Gegners bahnt. Hier ist klar, dass auch Killzone 3 nicht davon abrückt, ein Spiel für Erwachsene zu sein. Und die können bis zum Februar 2011 warten, bevor sie sich mit den besonders mies gelaunten Finsterlingen aus dem Weltraum anlegen.