Krieg. Krieg bleibt immer gleich. Eindringlich und bedrohlich prägen sich diese Worte aus dem Intro von Fallout 3 und Fallout: New Vegas ein. Sie machen deutlich, dass Krieg kein Vergnügen ist. Nein, ganz im Gegenteil. Aber können Videospiele den Schrecken des Krieges überhaupt vermitteln?

Killerspiele - Warum der Krieg kein Spiel sein kann

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Atemberaubende Effekte, spannende Musik, actionreiche Schlachten. Aber eben doch nur virtuell.
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Die Mittagshitze brennt, vor den Augen flimmert die Luft. Das Gewehr im Anschlag pirscht man sich durch ein scheinbar verlassenes Dorf irgendwo im nichts. Dann plötzlich: Schüsse, spannungsgeladene Musik, die bedrohlichen Nervenkitzel erzeugt. Hinter der nächsten Mauer in Deckung gegangen wird das Feuer erwidert. Wieder ein paar der „bösen Jungs“ erledigt. Weiter zur nächsten Mission und, für den Fall, dass man selbst getroffen wurde, schnell noch ein Medipack aktiviert.

So oder ähnlich stellt sich die Situation in den meisten Shootern dar. Wir haben ein klares Setting, das irgendein Schlachtfeld irgendwo auf der Welt symbolisiert. Musikuntermalung, die dafür sorgt, dass zusätzlich Spannung erzeugt wird. Man schießt sich von Mission zu Mission durch, verschanzt sich in Häusern, hinter Mauervorsprüngen oder sucht hinter Autos Deckung vor den Kugeln, die von den virtuellen Feinden verschossen werden.

Immer mal wieder wird die Behauptung laut, durch solche Spiele würden die Rezipienten (meist sind hiermit dann Jugendliche oder junge Erwachsene gemeint) emotional abgestumpft, sogar auf das Töten trainiert. Entwickler sagen von sich selbst, dass es geschmacklos wäre, ein Spiel über einen real existierenden, aktuellen, Konflikt zu produzieren. Man könnte kein Spiel über den Krieg in Afghanistan machen, wenn Verwandte oder Bekannte von Mitarbeitern des Entwicklerteams möglicherweise dort kämpfen, verwundet oder gar getötet würden. Und auch für die Käufer, die möglicherweise Verwandte oder Bekannte im Krieg verloren haben, wäre es geschmacklos, sie virtuell auf ein aktuelles Schlachtfeld zu versetzen.

Kann ein Spiel allerdings wirklich die Gräuel eines Krieges vermitteln? Es darf zumindest stark bezweifelt werden, dass dies der Fall ist. Auf den echten Schlachtfeldern der Welt wird keine spannungsgeladene Musik eingespielt. Medipacks stellen keine Lebensversicherung dar, sondern können allerhöchstens Verletzungen oberflächlich abdecken und den drohenden Tod durch eine Kriegsverletzung verzögern, sofern keine Behandlung eintritt. Statt Musik bekommt man die panischen Schreie der Kameraden und den Lärm der Waffen zu hören.

Ein Spiel mit echtem Krieg zu vergleichen fällt schwer. Ein Monitor, eine Maus und eine Tastatur können kaum echte Todesangst vermitteln. Das Spiel dient der Unterhaltung, soll vom Alltag ablenken und kann allerhöchstens die Umgebung, in der sich ein Schlachtfeld befindet, darstellen. Mit anderen Worten: Ein Videospiel ist eher mit einem Abenteuerausflug in eine virtuelle Welt zu vergleichen, die der echten Welt nachempfunden wurde. Von einer realistischen Darstellung des Krieges ist es weit entfernt. Das wird besonders deutlich, wenn man dieses Video betrachtet, welches auf einem echten Schlachtfeld aufgenommen wurde. Es stammt von einer Gruppe Marines, die im Rahmen der Operation „Enduring Freedom“ in Afghanistan kämpfen.

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Krieg bleibt immer gleich. Und es ist sehr unwahrscheinlich, dass ein Videospiel es möglich machen kann die Erlebnisse auf einem echten Schlachtfeld nachzuempfinden oder als Training bzw. Vorbereitung auf eine echte Kampfsituation dient.