Dass verbotene Früchte süßer oder auch besser schmecken, zeigt bereits die Bibel. Nun wurde in einem von der Fritz Thyssen Stiftung geförderten Forschungsprojekt aufgezeigt, dass es ebenso bei verbotenen Spielen und Filmen ist. Wer hätte das gedacht?

Killerspiele - Verbotene Früchte schmecken am besten

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Sicherlich keine allzu große Überraschung, steckt die Neugier nach Verbotenem doch in der Natur des Menschen.
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Eine Studie der Universität Erfurt und der Hochschule für Musik, Theater und Medien, Hannover kam zu dem Ergebnis, dass die vom deutschen Jugendmedienschutz vorgeschriebenen Alterskennzeichnungen nur bedingt erfolgreich sind. Gerade durch die Einführung der neueren und größeren Alterskennzeichnungen wird das Interesse der minderjährigen Konsumenten noch mehr geweckt.

Laut der Studie würden die Konsumenten die Hinweise beim Einkauf zwar schneller und intensiver wahrnehmen, das hätte aber eben auch zur Folge, dass die zwölf- bis 13-jährigen Spieler einen höheren Reiz verspüren, die Beschränkung zu missachten. Dabei wird auch vom sogenannten "Forbidden-Fruit"-Effekt gesprochen - verbotene Früchte schmecken eben besser.

In Gruppendiskussionen fanden die Forscher zudem heraus, dass Eltern zwar sehr viel Wert auf altersgerechte Medieninhalte legen, sich aber nicht ausschließlich auf die vom Gesetzgeber veranlassten Alterskennzeichnungen verlassen: "Obwohl wir mit relativ gut informierten Eltern gesprochen haben, zeigte sich immer wieder, dass die Eltern Kriterien unabhängig von Alterskennzeichnungen anlegen. Sie orientieren sich stärker an bestimmten Bildern und Begriffen bzw. am Inhalt als an der Kennzeichnung", sagt Daniela Schlütz.

Sven Jöckel gibt dabei zu bedenken: "Kinder unterscheiden sich in ihrem Entwicklungsstand oft stark. Was für den einen Zwölfjährigen zu viel ist, kann man bei einem anderen vielleicht ohne Bedenken empfehlen. Leider verzichtet das deutsche System der Alterskennzeichnung darauf, den Eltern Hinweise auf die Inhalte eines Films oder Computerspiels zu geben. Andere Länder sind da schon weiter und weisen genauer aus, womit sich die Alterskennzeichnung inhaltlich begründet".