Am vergangenen Freitag diskutierten Abgeordnete des Deutschen Bundestages mit Experten wie dem Kriminologie-Professor Pfeiffer oder dem USK-Vorsitzenden Dr. Spieler über ein mögliches Killerspiel-Verbot. Wie wir in unserem ausführlichen Artikel berichteten, hielten die meisten Politiker nach dem Gespräch ein Verbot nicht mehr für die beste Lösung.

Der bayrische Inneminister Günther Beckstein hält allerdings weiter an seinem Verbotsgesuch fest: "Das Verbot von Killerspielen ist Bestandteil des Koalitionsvertrages", so Beckstein. "Dessen Inhalt kann nicht von einzelnen Koalitionsvertretern nach einem einzigen Expertengespräch ausgehebelt werden."

In der Tat sieht der Koalitionsvertrag ein solches Verbot vor - allerdings konnte man sich in der entsprechenden Passage auf keine verbindliche Definition festlegen. Tatsächlich bezieht sich die Regierung dort allenfalls auf Spiele wie Gotcha und Paintball - nicht jedoch auf Computerspiele ( wir berichteten).

Für Beckstein besteht weiterhin akuter Handlungsbedarf in Anbetracht der jüngsten Amokläufe: "Äußerungen einzelner Bundestagsabgeordneter, wonach zwischen Gewalt verherrlichenden Computerspielen und Gewaltbereitschaft kein Zusammenhang besteht, sind mir unverständlich. Von den Amokläufen von Erfurt bis Emsdetten zieht sich die blutige Spur der durch den Konsum solcher Computerspiele ausgelösten Gewalt. Davor dürfen Politiker nicht die Augen verschließen."