Videospiele sind immer mal wieder ein Stein des Anstoßes, auch in Amerika ist das nicht anders. Selbst nach Urteil des Obersten Gerichtshofes, dass gewalthaltige Spiele unter die Redefreiheit fallen, ist damit noch lange nicht das letzte Wort gesprochen. Nu meldet sich John Carmack, der Entwickler hinter Doom zu Wort.

Killerspiele - Spielemessen sind friedlicher als jeder Uni-Campus

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Gewalt in Videospielen hat lt. John Carmack sogar eine positive Wirkung: Sie dient dem Aggressionsabbau.
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Das Spiel war 1999 als negatives Beispiel in die Medien gekommen, als es zu dem Amoklauf an der Columbine Highschool kam. In einem Interview mit IndustryGamers sagte er, dass er die ganze Diskussion nie wirklich für voll genommen habe. In der Tat glaubt Carmack, dass brutale Videospiele den Spielern dabei helfen können, ihre Aggressionen abzubauen.

„Die Leute spielen einfach nur Spiele und ich habe die Debatte um Gewalt in Videospielen nie wirklich ernst genommen. Es war hauptsächlich Gerede für Leute, die bei CNN ins Fernsehen wollten, um ihr Zeug da zu verbreiten.

Als diese ganzen Sachen passierten, war da eine E3 und ich gab eine Menge Interviews, bei denen die Reporter immer wieder anfingen Fragen zu stellen und ich hatte vermutlich keine Lust über irgendeine davon zu reden. Meine Frau war da und sie hat mich jedes Mal getreten, wenn ich mit ‚Nun, ich denke, dass...‘ anfing. Am Ende war es sinnlos. Es machte überhaupt keinen Unterschied. Ich fühlte mich nie wirklich davon bedroht und es stellte sich heraus, dass es völlig unsinnig ist.

Und ich denke wirklich, wenn überhaupt, dann gibt es mehr Hinweise darauf, dass gewalthaltige Videospiele Aggression und Gewalt reduzieren. Es gibt derzeit einige Studien darüber, dass es befreiend wirkt. Wenn ihr zur QuakeCon fahrt, über das Messegelände lauft und euch die Leute anguckt - vergleicht es mit einem beliebigen Universitätscampus und ihr werdet vermutlich viel größere, friedliche Menge auf der Spielemesse finden. Ich denke, es ist [die gewalthaltigen Videospiele] im schlimmsten Fall neutral zu betrachten und potenziell eher positiv.“

Was die Studien über die Auswirkungen von virtueller Gewalt angeht, so hat Carmack durchaus bedingt recht. Je nachdem, welche Theorie man als Grundlage für die Studie annimmt, hat die virtuelle Gewalt keine oder nur sehr geringe Auswirkungen. Allerdings, und da sind sich die meisten Studien einig, ist eine Steigerung der Gewaltbereitschaft und der Aggression bei psychischen Vorerkrankungen durchaus gegeben.