Wieder einmal kam es zu einem unschönen Vorfall in Verbindung mit Videospielen. Diesmal wurde ein 11-Jähriger im Online-Modus von GTA IV von einem 19-Jährigen sexuell belästigt. Warum das Kind GTA IV überhaupt spielen durfte, ist unbekannt.

Killerspiele - Sexuelle Belästigung von Kindern in Xbox Live - und GTA IV ist schuld...

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GTA IV wird beschuldigt, sexuellen Übergriffen Vorschub zu leisten. Zum Glück nicht von allen Beteiligten.
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Das Kind und der 19-jährige Chris Buckeridge trafen sich zunächst in der Tat im Online-Modus von GTA IV, während eines Matches über Xbox Live. Die Angriffe setztensich dann allerdings schnell außerhalb des Spiels über Facebook und SMS fort. Es gibt jedoch keinerlei Hinweise darauf, dass das Spiel etwas mit dem Verhalten des 19-Jährigen zu tun hat. Diese Behauptung kam offenbar als „einfachste Erklärung“ und wie üblich undifferenziert in die Welt.

„Er spielte ein Online-Spiel, in dem man einen Charakter kontrolliert, der in eine virtuelle Welt eingebunden ist, in der man Autos stehlen kann, Menschen verletzten und töten kann - sehr brutal. Er war in dieser virtuellen Welt versunken, in der alles ging. Es färbte auf ihn und die Art, auf die er mit anderen Leuten kommuniziert, ab.“

Der 19-Jährige soll zu dem Zeitpunkt sehr unglücklich gewesen sein. Außerdem soll er sich betrunken haben. Trotzdem wird die Meinung verbreitet, dass das Spiel selbst auf irgendeine Art und Weise das Verhalten des Täters ausgelöst haben soll. So heißt es von Keith Walters, einem Mitglied der Camebridgeshire Polizeibehörde und ehemaligem Gemeinderatsmitglied:

„Ich mache mir Sorgen darüber, dass Leute, die total begeistert von diesen Spielen sind, das Leben nur noch wie einen Cartoon wahrnehmen, in dem am Ende alles gut wird, egal wie sie handeln. Zu viele dieser Spiele führen dazu, dass kriminelles und unangemessenes Verhalten als normal erscheint.“

Das „Child Exploitation and Online Protection Center“, das ebenfalls von der Polizei betrieben wird und sich mit Kindesmissbräuchen in Groß Britannien beschäftigt, hat da eine deutlich ausgeglichenere Ansicht. Von dort heißt es, dass die Spiele schlicht und ergreifend ein Medium wären, über das Pädophile die Möglichkeit haben, sich den Kindern zu nähern und mit ihnen zu reden. Das eigentliche Problem liegt vielmehr im Hintergrund.

„Unglücklicherweise gibt es da ein paar Erwachsene, die sexuelles Interesse an Kindern haben und das Spielen als Mittel benutzen, um nett zu den Kindern zu sein, bevor sie sie dazu auffordern, unangemessene Dinge zu tun. Junge Leute verstehen die Risiken oft nicht und die Kinder sollten dazu angehalten werden, mit einem Erwachsenen ihres Vertrauens zu reden, wenn man sie in Spielen oder einer beliebigen anderen Online-Umgebung auffordert, unangemessene Dinge zu tun.“

Chris Buckeridge wurde zu 36 Monaten Gemeindedienst verurteilt, bei der er 120 Stunden unbezahlte Arbeit ableisten muss. Außerdem darf er das Internet nicht mehr unbeobachtet benutzen und ebenfalls, das versteht sich von selbst, nicht mehr mit seinem Opfer kommunizieren.

Die vorsitzende Amtsrichterin Brenda Anderson kommentierte das Urteil:
„Wenn dies nicht Ihr erstes Delikt dieser Art gewesen wäre, hätten Ihre Füße den Boden nicht mehr berührt - Sie wären direkt ins Gefängnis gewandert. Sie mögen vielleicht surreale Spiele gespielt haben, die sie in eine andere Welt gebracht haben und Sie mögen auch betrunken gewesen sein, aber das hier ist die Realität.“