Der Amoklauf von Winnenden hält weiterhin Land und Medien in Atem. Trotz privater Probleme, psychologischer Behandlung und Mobbing-Attacken wurden schnell wieder die "Killerspiele" für das Verhalten von Täter Tim K. aus Ursache ausgemacht - man hatte schließlich Counterstrike auf dem Rechner des 17-jährigen gefunden. Ergebnis: Viele Politiker fordern ein Verbot von gewalthaltigen Spielen, außerdem wurden Rufe nach einer Veschärfung des Waffenrechts laut. Schließlich hatte der Vater von Tim K. mehr als 15 Waffen und 4000 Schuss Munition zu Hause. Die Tatwaffe, eine Beretta 9mm lag sogar ohne weitere Sicherheitsvorkehrungen im Schlafzimmer.

Beretta-Pistole
Nun setzen sich die Schützenvereine zur Wehr. Ralf Nievelstein, Jugendwart der St. Stephanus Schützenbruderschaft Köln-Weidenpesch: "Diese Killerspiele, da sollte man mal lieber was gegen tun. Früher hat man jeden Horrorfilm verboten und heute ist dieses schreckliche Geballer erlaubt. Das ist doch nicht gut für die Kinder." Dass Shooter und andere sogenannte "Killerspiele" in Deutschland für "Kinder" gar nicht zugänglich sind, ignoriert man bei der Schützenbruderschaft Weidenpesch dabei geflissentlich. Gleiches gilt wohl für den Umstand, dass das Schießen mit realen Waffen den Umgang mit ebensolchen wohl ungleich stärker trainieren dürfte als ein paar Klicks auf Maus und Tastatur.

Sicherlich muss man den Weidenpeschern zu Gute halten, dass sie die Größe des Waffen- und Munitionslager von K.'s Vater kritisieren ("Das hat der doch nicht alles wegen dem Mengenrabatt gekauft") und laut eigener Aussage keines ihrer Mitglieder über großkalibrige Waffen wie eine Beretta verfügt - der Vorwurf in Richtung Computerspiele aus dem Mund derjenigen, die Jugendlichen völlig legal den Umgang mit scharfen Waffen beibringen, hinterlässt einen mehr als faden Beigeschmack.