Es kommt Bewegung in die Killerspiel-Debatte: Der evangelische Pfarrer Thomas Hartmann fordert jetzt in seinem heute veröffentlichten Buch: "Schluss mit dem Gewalt-Tabu! Warum Kinder ballern und sich prügeln müssen".

Darin bezieht Hartmann klar Stellung gegen ein Verbot von Gewaltspielen. Da der Pfarrer täglich in seinem Beruf mit Kinder- und Jugendgewalt zu tun hat, kommt er zu der Einsicht, dass Heranwachsende spielerische Gewalt und das Ausleben von Aggressionen brauchen. Sport und Spiel seien ein hervorragendes Mittel, um Wut zu kanalisieren.

Nach Hartmann gibt es einen bedeutenden Unterschied zwischen "verbotener, zerstörerischer Aggression und zulässiger, spielerischer Gewalt". Natürlich sollten Kinder keine Spiele nutzen, die für ihre Altersklasse nicht zulässig seien. Gerade die Eltern stünden in der Pflicht, ihren Kindern beim Spielen über die Schulter zu schauen und klare Grenzen zu setzen, damit andere Dinge nicht zu kurz kommen.

Doch von Verboten hält er nichts: "Betrachtet man dazu speziell den bereits beschriebenen Gewaltcharakter in vielen biblischen Erzählungen, stehen die Darstellungen von Aggression und Gewalt manchen Computerspielen in nichts nach. Man muss sogar fragen, ob ein solches Buch heute eigentlich als jugendfrei gelten dürfte."

Das Buch "Schluss mit dem Gewalt-Tabu!" ist im Eichborn Verlag erschienen und kostet 17,95 Euro.