Das Fachmagazin "Psychiatric Quaterly" veröffentlichte kürzlich eine so genannte "Meta-Analyse" zum Thema "Zusammenhänge zwischen realer Gewalt und gewalttätigen Inhalten in Spielen". Meta-Analysen berufen sich nicht auf eigene Forschungsergebnisse, sondern sammeln und bewerten möglichst viele Primär-Studien zu einem bestimmten Thema. In diesem Fall fasste Dr. Christopher Ferguson vom Department of Behavioral, Applied Sciences and Criminal Justice an der Texas A&M International University, Laredo, Untersuchungen zum Verhältnis von realer Gewalt und Mediengewalt zusammen und kam zu dem Schluss: Es gibt keine solche Verbindung!

Zwar kämen vereinzelte Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass ein Zusammenhang zwischen Gewalt und Spielen bestehe, aber: "Es ist nicht schwer einen solchen Zusammenhang herzustellen, wenn man es unbedingt will. Das liegt eben daran, dass 98,7% der Erwachsenen Videospiele spielen", so Ferguson.

Das Problem dabei bestünde darin, dass ein Einzelereignis (wie ein Amoklauf) mit einem hoch wahrscheinlichen Ereignis (wie dem Spielen von Games) verglichen würde. Um diesen "statistischen Fehlschluss" zu vermeiden, berücksichtigte Ferguson für seine Analyse nur Studien, die Spiele in Zusammenhang mit tatsächlich auftretendem aggressivem Verhalten brachten. Dies traf offenbar nur auf 17 Studien in den letzten 12 Jahren zu: Diese kämen zweifelsfrei zu dem Ergebnis, dass es keine direkte Verbindung zwischen Spielen und Aggression gibt!