Mit einer LAN-Party im Deutschen Bundestag sollen die Politiker unter anderem mit Ego-Shootern in Kontakt geraten, um sowohl Berührungsängste abzubauen als auch Einblicke in die Jugendkultur zu erhaschen. Geplant ist diese LAN-Party für den Herbst und wird von den Medienpolitikern Jimmy Schulz (FDP), Dorothee Bär (CSU) und Manuel Höferlin (FDP) organisiert.

Killerspiele - LAN-Party für Abgeordnete im Bundestag geplant

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Gerücht: Merkel spielt auf der LAN-Party unter dem Gamertag Angie_rul0rz.
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Wie Schulz erklärte, möchte man mit dem Projekt bewusst Politiker ansprechen, die bisher eher über undifferenzierte Betrachtungsweise des Themas aufgefallen sind. Zudem würden bislang immer diejenigen über die Thematik sprechen, die sich noch nie damit beschäftigt haben.

Dabei werden im Bundestag laut Bär genug Terminals aufgebaut, wobei sie nicht mit einer hundertprozentigen Anwesenheitsquote rechnen. Alle 622 Abgeordneten des Parlaments sollen nämlich eingeladen werden.

Die drei Initiatoren wollen zudem, dass neue Medien positiv genutzt werden, und sie sehen Computerspiele sogar als Kulturgut an. Wie Dorothee Bär erläuterte, habe ein Großteil der CSU das "K-Wort" bereits aus dem Wortschatz gestrichen.

"Wenn ein Amoklauf stattfindet oder Jugendliche über die Stränge schlagen, wollen einige Computerspiele als Verursacher heranziehen", räumte Schulz ein. Es gehe nun darum, diese Diskussion mit dem Crashkurs zu versachlichen und "durch eigene Erfahrung Berührungsängste abzubauen". Geplant ist ein Parcour mit mehreren Spielen, neben Ego-Shootern (Counter-Strike) auch Denk- und Sportspiele.

Unterstützt werden die Initiatoren von Spieleverbänden, der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK), der Bundeszentrale für politische Bildung, der Suchtbeauftragten des Bundestags, professionellen Spielern und Medienpädagogen.

Manuel Höferlin, der leidenschaftlich Flugsimulatoren spielt, sieht in der LAN-Party die Möglichkeit, "frischen Wind in die Politik zu bringen". Sie hätten die Initiative bereits mit Geschäftsführern der Regierungskoalitionen besprochen und ein "sehr positives Echo" erfahren. Für Höferlein wäre es nun wünschenswert, "dass die anderen Fraktionen die Veranstaltung unterstützen und mittragen".