"Killerspiele sind Landminen für die Seele", verkündete eine neu formierte Anti-Spiele-Gruppierung im Dezember in ihrem 'Kölner Aufruf gegen Computergewalt'. Man forderte ein Verbot von allerlei Spielen, sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene und prangerte staatliche Institutionen und Politik als "Komplizen, Kollaborateure und Profiteure" an. Jetzt erntet die Kölner Gruppierung scharfe Kritik von unerwarteter Stelle.

Die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK), bislang nicht gerade als spielefreundlich bekannt, zeigt sich "erschreckt", insbesondere durch die "Diffamierung von Andersdenkenden[...]" im Aufruf der Kölner, denn die "verfehlen eine angemessene, seriöse und redliche Argumentationsweise". Nach Ansicht der GMK bewegten sich die Kölner mit ihrer Darstellung "an der Grenze eines demokratischen Diskurses".

Insbesondere, dass der Aufruf einen Bezug zwischen Computerspielen und aktuellen Kriegen herstellen möchte, wollen die Medienpädagogiker nicht gelten lassen. Man durchschaut die "teils aggressive Wortwahl des Aufrufs, der mit militärischen Begriffen wie 'Killer-Industrie', 'Tötungsmaschinen', 'vergiften' etc. agiert" und fragt sich, "ob die KollegInnen und WissenschaftlerInnen vor der Unterzeichnung dieses Aufrufs diesen wirklich ernsthaft geprüft haben".

Und um nicht auch noch auf der Liste der Kollaborateure zu landen, verbürgen sich die Verantwortlichen der GMK mit ihren Namen dafür, dass sie "weder von der Spiele-Industrie für diesen Kommentar bezahlt wurden, noch zu dem vermuteten militärisch-industriell-medialen Komplex gehören". Wir übrigens auch nicht.