Es gibt Grund zur Hoffnung: Zumindest scheint es so, als würden selbst die voreingenommensten Medien nicht zwangsweise auf den Zug der Killerspiel-Hysterie aufspringen. Spiegel Online betitelte gestern einen Artikel mit "Die Mär von der Emsdetter Ballerspiel-Arena" und stellt klar, dass der oft beschriene Zusammenhang zwischen Computerspiel-Nutzung und Jugendgewalt nur herbeikonstruiert ist.

Selbst das sonst so einseitige ZDF bezog im gestrigen "heute journal" Position für die Spieler-Seite und berichtete äußerst differenziert über die aktuelle Diskussion.

Auch der WDR wird sich heute Abend in seinem mehrfach preisgekrönten Politk-Talk " Hart aber fair" des Themas annehmen:

"Vom Ballerspiel zum Amoklauf -
was treibt Jugendliche in die Gewalt?

In der Computerwelt war er ein Siegertyp, im Leben ein Verlierer: Der Amokläufer von Emsdetten zeigt, wie bedrohlich Jugendgewalt ist. Warum verlieren wir Jugendliche an eine Phantasiewelt aus Blut und Gewalt?

Und: Was lässt sie tatsächlich den Joystick mit dem Abzug vertauschen? Nach Erfurt jetzt Emsdetten - drohen uns amerikanische Verhältnisse?"

Es diskutieren: Prof. Dr. Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen e.V, Josef Bausch-Hölterhoff, Schauspieler (u.a. "Tatort"), Barbara Sommer CDU, NRW-Ministerin für Schule und Weiterbildung, Heiner Sievert, Realschullehrer, Dr. Michael Heilemann, Psychotherapeut und Dozent für Anti-Aggressivitäts-Training, Alaattin Kaymak, ehemaliger Gewalttäter.