Die Debatte um virtuelle Gewaltinhalte geht in eine neue Runde. Stellte eine Studie kürzlich erst fest, dass der Konsum von Gewaltspielen durchaus auch positive Effekte
haben kann, relativiert eine neue Studie diese Erkenntnis nunmehr. Wie üblich, kann man einen Gegenstand von vielen verschiedenen Seiten aus betrachten.

Killerspiele - Gut für den Verstand, schlecht für die Emotionen

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/11Bild 194/2041/204
Regelmäßiger Konsum von Gewaltinhalten stumpft ab.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Die Studie wurde vom National Institute of Health Researchers durchgeführte und im Magazin „Social Cognitive and Affective Neuroscience“ veröffentlicht. Sie zeigt auf, dass der Konsum von gewalthaltigen Bildern zu einer Abstumpfung der emotionalen Reaktion führt.

Den Probanden, 22 männliche Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren, wurden vier Sekunden lange, gewalthaltige Videoausschnitte gezeigt. Die Ausschnitte wurden aus 60 Videos entnommen, die im Fernsehen, in Videospielen oder anderen elektronischen Medien zugänglich sind, entnommen. Die Videos wurden außerdem in drei Kategorien eingeteilt: schwache, milde und moderate Anwendung von Gewalt. Den Jugendlichen wurde dabei allerdings nichts gezeigt, was als extreme Gewalt angesehen werden könnte.

Während sich die Jugendlichen die Videoausschnitte ansahen, wurden ihre Gehirne mit einem Magnetresonanzscanner durchleuchtet, der die Hirnaktivität abbildete. Außerdem wurde über Elektroden, die an der nicht-dominanten Hand befestigt waren, die Feuchtigkeit der Haut gemessen, wodurch das Stresslevel der Jugendlichen abgeleitet werden konnte. Schweiß gilt als Indikator für Stress, sodass durch eine Ableitung der Leitfähigkeit der Haut einen Hinweis darauf geben kann, ob ein Proband Stress hat oder nicht. Lügendetektoren arbeiten auf eine ähnliche Art und Weise.

Die Forscher kamen dabei zu dem Schluss, dass das Betrachten von Videos mit Gewaltinhalten zu einer ähnlichen emotionalen Reaktion bei den Probanden führte, wie das Betrachten von Videos mit aggressiven Inhalten. In der Konsequenz empfinden Jugendliche, die eine Zeit lang gewalthaltigen Videos ausgesetzt werden, weniger starke Emotionen bei der Betrachtung ähnlicher Videos.

Aggressive Medien aktivieren ein Emotions-Aufmerksamkeits-Netzwerk im Gehirn, welches die Fähigkeit hat, Emotionen durch die Reduktion von Aufmerksamkeit abzumildern, wenn wiederholt aggressive Medieninhalte betrachtet werden. Das führt, so die Forscher, dazu, dass die Verknüpfung der Konsequenzen von Aggressionen mit einer emotionalen Reaktion eingeschränkt wird. Das wiederum könnte möglicherweise aggressive Einstellungen und Verhaltensweisen fördern.