Nun ist es endgültig wahr geworden: Die bayerische Landesregierung hat wie angekündigt einen Gestzentwurf zum Verbot so genannter "Killerspiele" vorgelegt. Nach den Vorstellungen Edmund Stoibers soll nicht nur die Verbreitung von Gewalt verherrlichenden Spielen unter Strafe gestellt werden, sondern auch deren Herstellung. Die Strafen gegen Zuwiderhandlung werden massiv erhöht.

Grund für die Gesetzesänderung, die vor allem den Paragraphen 131 des Strafgesetzbuches betrifft, ist "eine gewaltabstumpfende und für bestimmte labile Charaktere auch stimulierende Wirkung" solcher Spiele. Zwar muss die Regierung zugeben, dass "einzelne Auswirkungen von Gewaltspielen noch umstritten" seien, dennoch stünde außer Frage, dass "der Kontakt mit derartigen Medien vor allem bei Kindern und Jugendlichen die Gefahr einer Nachahmung und einer Abstumpfung in sich birgt, die sich schädlich auf die Gemeinschaft auswirken kann."

Betroffen von der neuen Regelung sind so genannte "Gewaltspiele", "die grausame oder unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschn oder menschenähnliche Wesen darstellen." Unerheblich in diesem Zusammenhang ist dabei, ob das Ausführen der Gewalttaten im Spiel notwendig oder einfach nur möglich ist. Auch Faktoren wie Strategie und Teamplay sind nicht von Belang. Ferner richtet sich der Gesetzentwurf auch gezielt auf Nicht-Computerspiele wie Gotcha und Laserdrome.

Des weiteren nimmt die neue Regelung erhebliche Einschnitte beim Prüfverfahren der USK und der Indizierungspraxis vor. Der Einfluss der Obersten Landesjugendbehörden wird gestärkt - die Kriterien für eine Indizierung werden verschärft. Auch steht es Eltern nicht mehr frei zu entscheiden, ob sie ihren Kindern ungeeignete Medien zugänglich machen.

Ob der Entwurf in dieser Form auch tatsächlich "durchkommt" steht bisher noch auf einem anderen Blatt. Es scheint aber sich, dass in jedem Fall so Einiges auf Computerspieler zukommen wird.