Vor wenigen Minuten endete die Sitzung des Untersuchungsauschusses Neue Medien im Bundestag. Die Regierenden hatten zum Expertengespräch mit dem Thema "Jugendschutz und gewalthaltige Computerspiele" geladen.

Als Sachverständige kamen u.a. der Kriminologe Prof. Dr. Christian Pfeiffer (Spielerns bestens bekannt durch seine Auftritte in einschlägigen Fernsehsendungen), BPjM-Vorsitzende Elke Monssen-Engberding, Stephan Brechtmann vom Bundesverband Interaktive Unterhaltungsoftware und der Leipziger Professor für Medien und Kommunikation Dr. Hartmut Warkus zu Wort.

Von links nach rechts: S. Brechtmann (BIU), Prof. Dr. H. Warkus (Uni Leipzig), Prof. Dr. Ch. Pfeiffer
Einleitend zeigte Prof. Pfeiffer einige Szenen aus "Der Pate" und "GTA: San Andreas" (wohlgemerkt der amerikanischen, in Deutschland nicht erhältlichen Version, was allerdings Niemandem aufzufallen schien): Szenen, in denen Zivilisten mit Kettensägen zerstückelt und um Gnade flehenden Frauen der Hals mit einem Messer durchtrennt wurde. Selbst wir, die wir täglich mit der Materie zu tun haben, mussten bei diesen Bildern schlucken.

Prof. Warkus relativierte die drastischen Ausschnitte jedoch gleich im nächsten Statement: "Ich selbst spiele GTA mit Begeisterung, und so wie in diesen Bildern hat es bei mir nie ausgesehen."

Drastische Szenen aus GTA leiteten die Diskussion ein.
Weitere Punkte, die diskutiert wurden: Ist der Zusammenhang zwischen Jugendgewalt und dem Spielen von Computerspielen wirklich wissenschaftlich nachgewiesen? Machen Computerspiele dumm, dick und aggressiv? Versagt die USK mit ihren Alterseinstufungen?

Die versammelten Fraktionen des Bundestages machten einen überraschend gut informierten und äußerst differenzierten Eindruck. Sie hakten mit kritischen Fragen nach und suchten den schwarzen Peter nicht nur bei Spielen, sondern auch bei Eltern, Pädagogen und allgemeinen gesellschaftlichen Zuständen.

Einen ausführlichen Bericht mit sämtlichen diskutierten Fragen und natürlich den Antworten darauf, lest ihr hier auf gamona im Laufe des morgigen Tages.