Heute veröffentlichte das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) einen Forschungsbericht, in dem es die durch die USK vorgenommenen Alterseinstufungen heftig kritisiert und von der Politik eine härtere Gangart bei der Kennzeichnung von Computer- und Videospielen fordert. Bereits in der Vergangenheit hatte der Direktor des KFN, Prof. Dr. Christian Pfeiffer, wiederholt ein Verbot so genannter "Killerspiele" angemahnt und die USK für ihre laschen Einstufungen kritisiert ( wir berichteten).

Dem Gutachten zufolge seien Alterskennzeichen bei 37% der Spiele zu niedrig und bei weiteren 27% zumindest "zweifelhaft". Die Studie stützt sich vor allem auf die wissenschaftlich belegte Meinung, dass die psychologische Wirkung von Spielen im Vergleich mit Filmen sehr viel stärker ausfiele. Daher müssten hier auch strenge Kriterien gelten.

Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) hat soeben eine Stellungnahme herausgegeben, in der die Forderung Pfeiffers stark kritisiert wird. Er verweist darin auf eine Studie britischer Wissenschaftler des British Board of Film Classification (BBFC), die belegt, "dass Spiele trotz ihrer Interaktivität weniger geeignet sind, den Spieler emotional zu fesseln".

Der BIU fordert daher von den Politikern, sich näher mit dem aktuellen Forschungsstand zu befassen, bevor sie zu einem Urteil kommen. Zudem verweisen sie auf den hervorragenden Ruf des deutschen Jugendschutzes, den dieser insbesondere im internationalen Vergleich genießt.