Ein Verbot von Spielen mit Gewaltinhalten gehört zu den großen Zielen der CSU. Allerdings ist dieses Ziel vorerst in weite Ferne gerückt, denn eine erneute Bundesratsinitiative wurde jetzt abgeblockt - ausgerechnet von der FDP, dem eigenen Koalitionsparter.

Der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) rang sich sogar noch ein Versprechen ab und erklärte, dass ein solches Verbot nicht kommen werde. Nach dem jüngsten Amoklauf wurden wieder "reflexartig alle möglichen Forderungen gestellt", bei denen es sich allerdings, so Zeil weiter, um ein Zeichen der Hilflosigkeit handle.

Damit stellt sich Zeil hinter die FDP-Generalsekretärin Miriam Gruß, die ihre Kollegen von der CSU bereits vor rund zwei Wochen aufgefordert hatte, den "Verbotsaktionismus zu unterlassen". Ein tragisches Geschehen wie der Amoklauf sei kein Anlass, um politisch Stimmung zu machen. Man müsse sich vielmehr als gesamte Gesellschaft intensiver mit Jugendlichen auseinandersetzen, sie ernst nehmen und in gesellschaftliche Prozesse einbinden, so die Liberale.