Im Zuge der "Killerspiel"-Debatte wurde dem deutschen Jugendschutzgesetz trotz aller Kritik immer wieder ein vorbildliches Niveau bescheinigt. Vorausgesetzt, es wird auch angewandt... Wie eine Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW nun festgestellt hat, ist es für Jugendliche jedoch kein Problem, gewalthaltige Spiele, die nicht für ihre Altersklasse geeignet sind, im Laden zu kaufen.

Bekanntlich muss jedes Spiel, das in Deutschland verkauft wird, von der USK mit einer Altersfreigabe gekennzeichnet werden. Händler dürfen Spiele nicht an Jugendliche verkaufen, wenn diese nicht für sie geeignet sind. Die Verbaucherzentrale NRW hat in ihrer Stichprobe überprüft, ob der Handel die Altersfreigaben auch tatsächlich in der Praxis kontrolliert: Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren sollten dabei versuchen, Spiele wie Splinter Cell oder Scarface zu kaufen - Letzteres ist erst ab 18 Jahren zu haben.

In fast jedem zweiten Fall hatten die Jugendlichen keine Probleme, die für sie nicht geeigneten Spiele zu bekommen. Während vier von sieben Elektromärkte durchfielen, schnitten die Kaufhäuser besonders ab: Lediglich eine Verkäuferin verweigerte den Verkauf vorschriftsmäßig.