Publisher Electronic Arts hat am 22. November in Berlin eine politische Diskussionsrunde unter dem Motto "Verbot oder Selbstregulierung?" veranstaltet, an der u.a. Klaus Uwe Benneter (SPD), MdB, sowie Thomas Jarzombek (CDU), MdL, aus Nordrhein-Westfalen, mit Vertretern aus Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft über den verantwortungsvollen gesellschaftlichen Umgang mit interaktiver Unterhaltung diskutierten.

Dabei wurden natürlich auch den Amoklauf von Emsdetten und die Forderungen nach einem Einschreiten des Gesetzgebers thematisiert. Die Diskussionsteilnehmer waren sich dabei grundsätzlich einig, dass ein Verbot Gewalt darstellender Computer- und Videospiele das Problem nicht löse. Stattdessen sei, so die Teilnehmer, ein breiter gesellschaftlicher Dialog nötig.

Hier einige Zitate aus der Diskussion:
" Nach dem schrecklichen Ereignis vom Montag sollten wir nicht vorschnell handeln", sagte Professor Dr. Winfred Kaminski, Leiter des Instituts für Medienforschung und Medienpolitik der Fachhochschule Köln. " Verbote sind nicht erfolgreich, da sie die Medienkompetenz der Spieler 'abstrafen'. Denn Spiele sind grundsätzlich erst einmal ein Mittel zur Entwicklung von Kindern und Jugendlichen."

Klaus Uwe Benneter (SPD) beschrieb die Position seiner Fraktion: " Wir brauchen keine Schnellschüsse aus der Politik; gefordert ist jetzt ein Miteinander mit Eltern und Lehrern."

Eine ähnliche Position vertrat Thomas Zeitner, Geschäftsführer von Electronic Arts Deutschland: " Wir haben ein erhebliches Interesse an einem wirksamen Jugendschutz, der etwa durch eine Indizierung sichergestellt werden kann. Mit der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle besitzt Deutschland eine europaweit einmalige Einrichtung, die hervorragende Arbeit bei der Alterseinstufung von Computer- und Videospielen leistet. Wer spielt, lernt gleichzeitig den Umgang mit neuen Kulturtechniken."

"W ir sprechen heute von circa 25 Millionen Spielern in Deutschland, vom Lernspieler bis zum Silvergamer. Wir dürfen in der Debatte diese Gruppe nicht diffamieren und das enorme Potential, das diese Technologie bietet, nicht ungenutzt lassen", erklärte Dr. Jörg Müller-Lietzkow, Kommunikationswissenschaftler an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. " Mit einfachen Ursache-Wirkungs-Mustern lässt sich das komplexe Phänomen interaktive Unterhaltung nicht erklären. Statt die Spiele zu verdammen, sollten wir lieber einen kompetenten Umgang mit ihnen vermitteln, wenn möglich im Schulunterricht.

Thomas Jarzombek, Mitglied im Landtag von Nordrhein-Westfalen und Beauftragter für Neue Medien der CDU-Landtagsfraktion. " Interaktive Unterhaltung ist eine wichtige Säule der Medienpolitik in NRW. Wir sollten die Unternehmen unterstützen und nicht mit unnötigen Auflagen einschränken. Wir begrüßen daher freiwillige Initiativen der Industrie, die den verantwortungsvollen Umgang mit Computer- und Videospielen lehren."