Computerspiele bilden einen festen Bestandteil der Gegenwartskultur - Gamer wissen das längst. Doch leider scheint diese Erkenntnis noch nicht außerhalb der Zockergemeinde gedrungen zu sein. Die Debatte um vermeintliche "Killerspiele" ist der beste Beweis dafür. Nun bekommen Spieler Rückendeckung vom Deutschen Kulturrat. Dieser hat soeben ein Buch mit dem Titel "Streitfall Computerspiele: Computerspiele zwischen kultureller Bildung, Kunstfreiheit und Jugendschutz" veröffentlicht.

Laut Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, gehören Computerspiele "wie das Fernsehen, Pop- und Schlagermusik, der Unterhaltungsfilm oder die Unterhaltungsliteratur selbstverständlich zum kulturellen Leben". Daher müsse die hitzige Debatte endlich versachlicht werden und sich stärker mit kulturpolitischen Aspekten auseinandersetzen statt mit Fragen nach der Gewaltdarstellung. Schließlich arbeiten an einem Computerspiel zahlreiche Künstler vom Musiker bis zum Grafiker mit.

Das Buch umfasst 108 Seiten von 35 Autoren, darunter auch Prof. Christian Pfeiffer und Bayerns Innenminister Günther Beckstein, beide erklärte "Killerspiel"-Gegner. Der Deutsche Kulturrat hatte sich Anfang 2007, zum Höhepunkt der Debatte, in die Diskussion eingeschaltet und Kunstfreiheit statt Verbote gefordert. Im Rahmen der Buchvorstellung bekräftigte Olaf Zimmermann diesen Anspruch. "Wer gute Spiele haben will, muss diese auch fördern", so Zimmermann.

Das Buch ist für 9,- Euro im Buchhandel oder direkt beim Kulturrat-Shop zu haben.