Als Reaktion auf den tragischen Amoklauf von Winnenden will die Koalition nun sogenannte "Jagdspiele" wie Paintball und Laserdom verbieten (wir berichteten: Koalition plant Paintball-Verbot). Bereits Ende Mai könnte das im Rahmen des verschärften Waffengesetzes geplante Verbot dem Bundestag vorgelegt werden.

Killerspiele - Das Paintball-Verbot in der Kritik

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Paintball gerät immer wieder in die Kritik der Politik.
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Bereits kurz nach der Äußerung Wolfgang Bosbachs (stellvertretender Unions-Fraktionsvorsitzender), "Jagdspiele" wären "Tötungssimulationen", wurden kritische Stimmen in Politik und Medien laut. So beuge sich die Große Koalition mit dieser Entscheidung dem "Druck der Waffenlobby", hieß es unter anderem seitens Grünen-Chefin Claudia Roth.

Ist ein Verbot von Paintball und anderen Freizeitsportarten tatsächlich nötig, um Amokläufe wie Erfurt und Winnenden zu verhindern? Werfen wir einen Blick zurück: Seit dem Amoklauf in Erfurt im April 2002 wurde das Waffenrecht bereits zweimal geändert: Die Altersgrenze für den Waffenerwerb bei Sportschützen wurde von 18 auf 21 Jahren angehoben. Wer einen Jagdschein hat, darf eine Waffe nun erst mit 18, statt mit 16 Jahren erwerben. Zudem muss für eine entsprechende Schusswaffenerlaubnis ein amts- oder fachärztliches oder fachpsychologisches Zeugnis vorliegen.

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Wolfgang Bosbach, Stellvertretender Unions-Fraktionsvorsitzender
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Laut jüngster Pläne sollen nun zudem unangekündigte Kontrollen bei Waffenbesitzern stattfinden und in der Zukunft Waffenschränke biometrisch gesichert werden. Abgesehen davon, dass die Technik dafür noch nicht ausgereift ist, sehen viele Politiker und die Gewerkschaft der Polizei die unangekündigten Kontrollen als Eingriff in die Grundrechte. Kontrollen dürften "bloß infolge einschlägiger Hinweise" stattfinden.

Im Hinblick auf die umstrittenen, doch nötigen Pläne, Waffen besser zu sichern, wirkt ein Verbot sogenannter "Jagdspiele" jedoch zu drastisch und am Ziel vorbei. Es werden immer mehr Stimmen laut, die von falschem Aktionismus sprechen. Aufklärung versuchen nun die Betreiber von Paintball-Portalen zu bringen:

"Paintball ist eine moderne Mannschaftssportart für Erwachsene (Mindestalter in Deutschland: 18 Jahre!), bei der es darum geht, beim gegnerischen Team einen ‚Buzzer' zu drücken oder eine Fahne zu ergattern. Ähnlich wie beim Völkerball versucht man durch das Treffen mit einem (Farb-)Ball gegnerische Spieler aus dem Spiel zu nehmen. Da es sich hierbei um eine "Null-Kontakt-Sportart" handelt, findet sich der Paintballsport auch in Verletzungsstatistiken von Versicherungen auf den letzten Plätzen wieder.", heißt es beispielsweise auf PBPortal.de.

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Auch professionelle Frauen-Paintball-Teams gibt es schon.
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Paintball sei sogar die "weltweit am schnellsten wachsende Extremsportart" und hätte bereits BMX, Snowboarding und Rugby überholt. "Leider werden wir den Eindruck nicht los, dass zur Ablenkung von den tatsächlichen Ursachen solcher Taten wie der von Winnenden nun ein "Bauernopfer" in Form der Paintballspieler zugunsten der Waffenlobby gebracht werden soll", heißt es weiter in der offiziellen Pressemitteilung des Paintball-Portals.

Fakt ist jedenfalls, dass Tim K. mit der fahrlässig unter dem Kopfkissen versteckten Pistole seines Vaters insgesamt 15 Menschen und sich selbst erschoss. Tim K. war kein Paintball-Spieler. Was haltet ihr von dem geplanten Verbot sogenannter "Jagdspiele"? Diskutiert mit uns darüber in den Kommentaren!