Am 31. März wurde in München erstmals der deutsche Computerspielepreis verliehen. Anlässlich dieses Ereignisses äußerte sich Bayerns Innenminister Joachim Herrman, der der Veranstaltung fern blieb, offiziell auf der Website der CSU zu der Debatte und fordert ein Verbot der "Tötungstrainingssoftware".


Herrmanns begrüßt in seiner Pressemeldung, dass sich die Spielebranche für "kulturell und pädagogisch wertvolle Spielekonzepte" ausgesprochen hat, doch fordert er die Entwickler auf "den schönen Worten endlich Taten folgen zu lassen und auf Herstellung und Vertrieb von Killerspielen in Deutschland freiwillig zu verzichten. Killerspiele gehören bislang zu den intensiv beworbenen Hauptumsatzträgern der Branche. Mit derartiger Tötungstrainingssoftware, die zum Beispiel von der US-Army zur Vorbereitung von Soldaten auf Kampfeinsätze verwendet wird, dürfen in Deutschland keine Geschäfte mehr gemacht werden."

Es sei wissenschaftlich erwiesen, dass solche Spiele die Gewaltbereitschaft fördern. "Damit sind derartige Spiele eine der Ursachen für die erschreckende Jugendgewalt und auch für Amokläufe, in den Szenen aus Killerspielen in die Realität übertragen werden." Außerdem sieht Herrmann die Suchtgefahr der Spiele als bedenklich.

Die Pressemeldung endet mit: "Killerspiele widersprechen dem Wertekonsens unserer auf einem friedlichen Miteinander beruhenden Gesellschaft und gehören geächtet. In ihren schädlichen Auswirkungen stehen sie auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zurecht niemand in Frage stellt."

Update: Thomas jarzombek, medienpolitischer Sprecher der CDU Nordrhein-Westfalen, wies Herrmanns Aussage mittlerweile als "vollkommen unangemessen" zurück. Sie zeuge davon, "dass Medienkompetenzdefizite auch in Regierungen zu finden" seien.

"Gewaltmedien gehören nicht in unsere Kinderzimmer, daher haben wir in Deutschland den strengsten Jugendmedienschutz weltweit. Das ist richtig und muss auch ausgebaut werden, denn offenbar gelangen nach wie vor Jugendliche an Computerspiele und Filme, die nicht für ihr Alter freigegeben sind. Es ist unsere Aufgabe, die bestehenden Rechtsnormen auch wirklich durchzusetzen. Wer nun auf solche Weise die sachliche Diskussion verlässt, hilft niemandem", so Jarzombek auf seiner Homepage.

Update: Mittlerweile haben sich die deutschen Spieleverbände G.A.M.E., BIU und ESB öffentlich zu Wort gemeldet und fordern eine Entschuldigung. Mehr dazu in dieser News .