Bayerns Inneminister Herrmann wettert nach seiner letzten Attacke weiter gegen von ihm so genannte „Killerspiele“ – dieses Mal im Interview mit der Tageszeitung Zeit. Erst kürzlich forderte er in einer Gesprächsrunde in Berlin ein radikales Verbot gewalttätiger Spiele (wir berichteten ) . Seit Neuestem zieht er gar geschmacklose Vergleiche zwischen Computerspielen und Naziverbrechen.


Im „Zeit“-Interview gibt Herrman an, selbst keine „Killerspiele“ gespielt zu haben, „aber ich habe sie mir intensiv angeschaut. Ich bin erschrocken, wie der Spieler zu brutaler Gewalt animiert wird.“ Auf die Frage, warum auch Erwachsene durch den Gesetzgeber gewissermaßen entmündigt werden sollten, antwortet er mit einem Vergleich zum Film:

„Ich kann von einem Kinobetreiber erwarten, dass er tatsächlich nur 18-Jährige ins Kino lässt. Wenn es aber um Computerspiele geht, ist das anders. Wenn ein 18-Jähriger ein Spiel in der Hand hat, gibt er es am nächsten Tag an 17-, 16- und 15-Jährige weiter. Ich glaube nicht, dass es in unserer freiheitlichen Gesellschaft einen Anspruch auf solche Computerspiele gibt.“ Ein Vergleich, der insbesondere dann hinkt, wenn man die Verfügbarkeit von DVDs oder Filmen im Internet berücksichtigt.

Außerdem führt er das Argument ins Feld, dass Spieler solcher Spiele das gewalttätige Verhalten auch in der Realität nachahmen würden und verweist damit auf die Studien von Prof. Pfeiffer (wir berichteten ) „In anderen Bereichen haben wir auch klare Verbote, ich denke an Kinderpornografie“, schließt er die Beweisführung mit einem gelinde gesagt merkwürdigen Vergleich.

Doch damit nicht genug: Auf die anschließende Erwiderung des Zeit-Journalisten, das Problem läge nicht an den Spielen, sondern daran, dass Kinder sie trotz Altersbeschränkung in die Hände bekämen, zieht Herrmann ein mehr als geschmackloses Beispiel heran: „Das ist eines der Probleme. Aber je größer die Gefahr ist, dass solche Spiele auch in die Hände von Kindern und Jugendlichen kommen, desto stärker muss der Staat eingreifen. Es ist ja auch für alle verboten, die Verbrechen des Nationalsozialisten zu verharmlosen.“