Der bekannte Kriminologe Christian Pfeiffer, der in der Vergangenheit häufig gegen Computerspiele wetterte, äußerte sich in einem umfangreichen Interview mit Spiegel online überraschend anders zu dem Thema. Immerhin scheint in einigen Kreisen ein Umdenken stattzufinden.

Killerspiele - Christian Pfeiffer: "Man wird nicht Amokläufer, weil man ein brutales Computerspiel gespielt hat"

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Christian Pfeiffer
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"Man wird nicht Amokläufer, weil man ein brutales Computerspiel gespielt hat. So jemand hat im realen Leben solchen Hass auf bestimmte Menschengruppen entwickelt, die er für das eigene Scheitern verantwortlich macht, dass dann irgendwann ein "Tag der Rache" kommt", erklärte Pfeiffer.

Allerdings sagte er auch: "Aber, was Forscher zweifelsfrei aufzeigen können, ist: Das Spielen von gewalthaltigen Spielen erhöht bei Gefährdeten, die ohnehin schon auf dem Weg Richtung Gewalt sind, das Risiko, dass sie tatsächlich gewalttätig werden. Es führt zu Empathieverlusten, es desensibilisiert, es erhöht das Risiko, das zeigen Längsschnittstudien. Es gibt einen eindeutigen Verstärkungseffekt."

Er ist außerdem der Meinung, dass man generell Onlinespiele wie World of Warcraft erst ab 18 Jahren zugänglich machen sollte - zumindest innerhalb der ersten zwölf Monate nach deren Markteinführung. Dass das MMO schon ab 12 Jahren freigegeben ist, hält er für unsinnig.