Erst gestern äußerte sich der BIU über die Vorwürfe der CSU-Politiker Joachim Herrmann und Christine Haderthauer, die die Praxis der USK kritisierten (wir berichteten). Auf der gestrigen Kabinettssitzung aber forderte die Bayerische Landesregierung die Verschärfung des Jugendmedienschutzes.

Killerspiele - Bayern fordert schärferen Jugendmedienschutz

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CSU-Ministerin Christine Haderthauer
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Für Christine Haderthauer (CSU) ist es ein Dorn im Auge, dass eine durch die USK erhaltene Altersfreigabe nachträglich nicht mehr von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert kann. Diese Sperre will die CSU aufheben und möchte zudem die Einflussmöglichkeiten der Länder stärken, damit die 10-Tages-Frist für die Möglichkeit eines Einspruchs gegen eine Altersfreigabe verlängert wird.

Christine Haderthauer erklärte: "Vor allem müssen aber die Kriterien für die Alterseinstufungen unter Einbeziehung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse ständig weiterentwickelt werden. Dabei muss die Suchtgefahr von Spielen stärker beachtet werden. Außerdem muss die Qualität von Gutachten gesteigert und die Zusammenarbeit mit der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien intensiviert werden"

Der damalige bayerische Innenminister Günther Beckstein hatte sich ähnliche Ziele gesteckt, jedoch scheiterte er letztendlich am Widerstand der Länderkammer. Zudem wird es in Zukunft regelmäßige Testkäufe geben, die mit Hilfe von Jugendlichen durchgeführt werden. Bei den Testkäufern handelt es sich um Azubis aus dem öffentlichen Dienst, die ihren Dienst meistens mit 16 Jahren antreten. Erst Ende März führten Testkäufe von Killerspielen zu einem schlechten Ergebnis in Niedersachen.

Medienminister Siegfried Schneider hingegen legt seinen Fokus weiter auf einen sogenannten Computerführerschein: "Bei der Computernutzung und bei Computerspielen bleiben viele Kinder von ihren Eltern weitgehend unkontrolliert. Deshalb müssen wir die Eltern und Kinder stärker über einen reflektierten Umgang mit diesem Medienangebot, ihr Suchtpotential und die Einhaltung von Wertmaßstäben informieren."