Der bayerische Innenminister Joachim Herrman (CSU) meldet sich erneut zum Thema Killerspiele zu Wort. Vor allem bei der USK sieht er weiterhin Probleme.

Joachim Herrmann setzte vor fast genau einem Jahr die Killerspiele mit Kinderpornos und Drogen gleich. Eine Aussage, die bei vielen Gamern zu Recht für Empörung sorgte. Jetzt nimmt er zu seiner Aussage erneut Stellung und wollte mit diesem Vergleich „vor allem aufrütteln.“

Während der Drogenkonsum mit Recht nicht akzeptiert werde und Kinderpornografie auf allgemeine Verabscheuung stößt, seien die „Gewaltorgien auf Computerbildschirmen in ihren Auswirkungen leider von Vielen verharmlost und schön geredet.“ Dies belege seiner Meinung nach auch die Studie eines US Psychologen.

„Wir können auch die Tatsache nicht wegdiskutieren, dass bei fast allen Amokläufen, die wir in Deutschland bislang erleben mussten, der Amokläufer im Besitz von Killerspielen war."

Deshalb fordert er schon lange ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot von Killerspielen. Das gäbe es zwar grundsätzlich schon im StGB, findet aber kaum Einsatz. Die Ursache dafür sei die „viel zu großzügigen Kennzeichnungspraxis der Unterhaltungssoftware-Selbstkontrolle (USK).“ Wurde ein Spiel von der USK einmal gekennzeichnet, kann es nicht mehr von der BpjM indiziert werden.

„Das geltende Jugendschutzrecht lässt daher zu, dass höchst problematische, gewalthaltige Spiele in Deutschland frei verkäuflich sind. Ist ein Spiel erst einmal freigegeben, gelangt es schnell in die Hände von Kindern und Jugendlichen; der Aufdruck "keine Jugendfreigabe" hat hier eher Anreizwirkung. Eltern, das müssen wir leider zur Kenntnis nehmen, sind häufig schon aus Zeitgründen nicht in der Lage, dies zu verhindern.“