Wer sonst als die bayerische Landesregierung ist bei Verbotsforderungen so genannter "Killerspiele" ganz weit vorne mit dabei? Ausgerechnet der Bayerische Elternverband e.V. gab den neuesten Plänen (wir berichteten) nun einen Schuss vor den Bug.

So bezeichnete der Elternverband die Verbotsinitiative als populistisch und gefährlich. Hervorgehoben wird, dass Gewalt verherrlichende Spiele bereits nach aktuellem Recht unter Verbot stünden. Ferner sei ein solches Verbot in der Praxis eher wirkungslos, da Jugendliche immer in der Lage wären, irgendwie an entsprechende Spiele heranzukommen.

Den jüngsten Amoklauf in Emsdetten, Auslöser der hitzigen Diskussion, kommentierte Isabell Zacharias, Landesvorsitzende des BEV, wie folgt: "Ein junger Mann schießt auf Menschen. Der Täter hat Counterstrike gespielt, also wird Counterstrike zum Killerspiel erklärt, das man verbieten muss. Das ist populistisch, und gefährlich ist es außerdem, denn wer Verbote fordert, scheint zu handeln und braucht sich nicht mehr ernsthaft mit Ursachen zu befassen." Die Diskussion zeige viel eher, wie "reflexhaft" Politiker reagierten.

Des weiteren wird klargestellt, dass es sich bei den Vorfällen in Emsdetten keineswegs um einen "Amoklauf" gehandelt habe, da die Tat von langer Hand geplant und vorbereitet worden sei. Sozialpädagogen und Schulpsychologen hätten dem entsprechend genug Zeit gehabt, sie zu verhinden.

Auch die momentanen Vorstöße in Sachen Aufklärungsveranstaltung der Eltern werden harscher Kritik ausgesetzt. Diese seien viel zu theoretisch. Eltern sollten sich viel eher damit auseinander setzen, was ihre Kinder an den Spielen fasziniert, statt darüber zu debattieren, ob und unter welchen Voraussetzungen sie aggressiv machen.