Emsdetten - Schwer bewaffnet stürmte heute Morgen um 9:30 Uhr ein ehemaliger Schüler die Geschwister-Scholl-Realschule in Emsdetten. Elf Menschen wurden bei dem Amoklauf verletzt, fünf davon durch Schusswaffeneinsatz, bevor der Täter sich (vermutlich) selbst das Leben nahm. Der Zustand einiger Opfer ist weiterhin kritisch.

Nach Zeugenaussagen schoss er bereits auf dem Weg zur Schule wild um sich. Mehrere Rohrbomben sowie zwei Gewehre mit abgesägtem Lauf habe er bei sich getragen. Außerdem sei sein Gesicht mit einer Sturmhaube vermummt gewesen.

Der Abschiedsbrief, der mittlerweile gefunden wurde, scheint authentisch zu sein. Darin gibt der Täter seinen Unmut über das Leben im Allgemeinen zum Ausdruck. Drei Mal ist der junge Mann während seiner Schulzeit sitzen geblieben. "Das einzigste, was ich intensiv in der Schule beigebracht bekommen habe, war, dass ich ein Verlierer bin", gibt er an. Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer nannte daher als wahrscheinliches Tatmotiv "allgemeine Frustration und Sinnleere". Morgen hätte ein Verfahren wegen unerlaubten Waffenbesitzes gegen ihn beginnen sollen.

Im Internet sind Bilder aufgetaucht, auf denen der Täter in voller Kampfmontur posiert. Selbstverständlich werden von Pädagogen, Politikern und Medienvertretern wieder einmal Computerspiele in einen kausalen Zusammenhang mit der Tat gebracht. So heißt es, er habe "ein Faible für das gewalttätige Computerspiel Counter-Strike" ( sueddeutsche.de) gehabt, mit dem er seinen Amoklauf vorab simuliert habe.

Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Dieter Wiefelspütz, warnt zwar vor "blitzschnellen Erklärungsmustern", gleichzeitig sei er "sehr dafür, ein Verbot von Killerspielen in Betracht zu ziehen."

Es dürfte somit als sicher gelten, dass unser Hobby in nächster Zeit wieder verstärkt Gegenstand hitziger Auseinandersetzungen, Vorverurteilungen und politischer Stimmungsmache sein dürfte.