Hardy Schober, der Vorsitzende des Aktionsbündnisses Amoklauf Winnenden, nahm in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung Stellung zu der Kritik vom VDVC.

Killerspiele - Aktionsbündnis Winnenden nimmt Stellung zum offenen Brief des VDVC (Update)

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Das Aktionsbündnis wehrt sich gegen "Killerspiele".
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Wie wir in der letzten Woche berichteten, äußerte sich der Verband für Deutschlands Video- und Computerspieler (VDCV) äußerst kritisch in einem offenen Brief zu dem Verbotsantrag für Computerspiele mit Gewaltinhalten, die das Aktionsbündnis Amoklauf Winneden vor einiger Zeit stellte.

Wie in dem Artikel der Stuttgarter Zeitung, der mit dem Titel "Das Amokbündnis schafft sich neue Gegner" versehen ist, steht, sieht Hardy Schober in der Reaktion der Spielervertreter "erschreckende Parallelen zum Verhalten der Waffenlobbyisten."

"Wir haben aber weder die Waffenbesitzer noch die Computerspieler unter einen Generalverdacht gestellt", sagt Schober. Wie es heißt, habe sich das Aktionsbündnis nie für ein generelles Verbot von Computerspielen starkgemacht, sondern lediglich gegen "die realitätsnahe Simulation der Tötung von Menschen".

Außerdem erklärte Schober, dass "das virtuelle Abschlachten von Menschen oder Trainingsmethoden, die auch von US-Militär zur Herabsetzung der Hemmschwelle eingesetzt würden", nichts mit dem Begriff Spiel zu tun hätten. Daher fordern sie, solche "Programme" zu verbieten.

Schober rät dem VDVC, "sich erst einmal mit den Forderungen des Aktionsbündnisses differenziert auseinander zu setzen und sich auf eine Position zu einigen." Erst dann könnte man über die geforderten „gemeinsamen konstruktiven Ansätze“ diskutieren.

Update: Mittlerweile äußerten sich die Jungen Piraten zu Schobers Antwort und reagieren enttäuscht.

Die Jungen Piraten sind enttäuscht über die Antwort des Aktionsbündnisses Amoklauf Winnenden auf den Offenen Brief des VDVC, Pirate Gaming und der Jungen Piraten. Während diese drei Organisationen dem Aktionsbündnis die Zusammenarbeit anbieten, um sinnvoll gegen Gewalt an Schulen vorzugehen, schlägt das Bündnis alle Annäherungsversuche aus und argumentiert weiterhin unfundiert und ohne auf die Argumente anderer näher einzugehen.

"Das Aktionsbündnis offenbart einen erschreckenden Mangel an fachlicher Auseinandersetzung mit Computerspielen", kritisiert Heiko Herberg, der Vorsitzende der Jungen Piraten. "Die Aussagen des Aktionsbündnisses entbehren jeder Grundlage." Obwohl im gemeinsamen offenen Brief dargelegt wurde, dass Ego-Shooter nicht vom US-Militär zur Senkung der Tötungshemmung eingesetzt werden, greift Schober sogar dieses Vorurteil wieder auf. Somit bestätigt die Reaktion Anschuldigungen der Gamer, der AAW-Vorsitzdende wiederhole Unwahrheiten wider besseres Wissen.

"Wer überall nur Gegner sieht und engstirnig alle Hilfe ablehnt, lebt weit entfernt von der Realität und ist nur noch zu bedauern", sagt Sven Krumbeck, der Vorsitzende des Vereins Pirate Gaming.