Altius Management, die Ersteller und Verantwortlichen der gescheiterten Asylum Playing Cards-Kickstarter-Kampagne wurden von einem amerikanischen Gericht zur Zahlung von über 50.000 Dollar Schadenersatz an die Geschädigten verdonnert.

Kickstarter - Verantwortliche eines gescheiterten Kickstarter-Projekts müssen über 50.000 Dollar zahlen

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Ein willkommenes Urteil und Präzedenzfall für zukünftige Kickstarter-Kampagnen
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Crowdfunding ist eine attraktive Möglichkeit für Kreative und Kleinunternehmen, ihr Projekt von der Masse tragen zu lassen, wenn Banken und Business Angels das Unterfangen für zu risikoreich halten. Wenn das Interesse am Produkt fehlt, scheitern die Projekte dennoch, zeigen den Machern aber wenigstens auf, wo noch Nachbesserungen nötig wären. Manchmal scheitern die Projekte aber erst nach einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne. Dann ist es als Verantwortlicher wichtig, die Kommunikation mit den Backern aufrechtzuerhalten und etwaige Entschädigungen vorzunehmen. Sich ganz aus der Affäre ziehen und mit dem Geld oder dem, was davon noch übrig geblieben ist, davonzumachen, ist nicht ratsam.

Doch genau das haben wohl die Verantwortlichen der Kickstarter-Kampagne zu einem Kartenspiel versucht. Die Kickstarter-Kampagne Asylum Playing Cards basierend auf Zeichnungen des serbischen Künstlers Milan Colovic erhielt 2012 von 810 Backern 25.146 Dollar und damit mehr als die veranschlagten 15.000 Dollar. Das Kartenspiel wurde aber niemals fertiggestellt. Die Backer der Kampagne erhielten auch nie ihre versprochenen Boni zugeschickt. Auch Colovic wurde nie für seine Arbeit bezahlt.

Dies führte 2014 dazu, dass sich die Staatsanwaltschaft in Washington mit dem Fall beschäftigte. Zum ersten Mal wurde eine Ermittlung wegen Betrugs in einem Fall von gescheiterter Kickstarter-Kampagne eingeleitet. Nun verkündete Generalstaatsanwalt Bob Ferguson, dass gegen Edward J. Polchlopek III, kurz Ed Nash und seine Firma Altius Management eine Geldstrafe in Höhe von 54.851 Dollar verhängt wurde. Dieser Betrag teilt sich auf in 31.000 Dollar an Strafzahlungen, 23.183 Dollar an Kosten für die Ermittlungen und 668 Dollar an Entschädigung für Backer aus dem Bundesstaat Washington, wo das Urteil gefällt wurde.

"Washington duldet keinen Crowdfunding-Diebstahl", so Ferguson. "Wenn man das Geld von Konsumenten annimmt und nicht den eigenen Pflichten nachkommt, wird meine Behörde euch zur Rechenschaft ziehen." Eine klare Ansage für zukünftige Mini-Madoffs.

Colovic konnte seinen Traum dennoch erfüllen. Dieses Mal mit Unterstützung von Roman Kotivs Noir Arts. Die dazugehörige Kickstarter-Kampagne nahm rund 11.000 Dollar bei veranschlagten 5000 Dollar ein, ein Erfolg.

Ed Nash und sein Unternehmen Altius Management haben nun offenbar damit angefangen, die versprochenen Decks an einzelne Backer zu verschicken. Am Urteil ändert sich dadurch aber nichts mehr. Hätten die doch lieber nach 10 Dollar für Kartoffelsalat gefragt.

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