Laut einem Urteil des australischen Richters Murray Wilcox muss der populäre Filesharing-Dienst Kazaa ab dem 5. Dezember 2005 Filter beinhalten, die Copyright-Verletzungen vorbeugen sollen. Das Urteil ist das Ergebnis eines Rechtsstreits zwischen der australischen Musikindustrie und den Kazaa-Betreiber Sharman Networks. Bereits im September diesen Jahres waren die Betreiber des Netzwerkes dem Vorwurf der Copyright-Verletzung schuldig gesprochen worden.

Um die Verteilung von raubkopiertem Material zu unterbinden, nutzt die neue Version des "Kazaa Media Desktops" eine Filtermethode, die jegliche Suchanfrage blockiert, welche eines von derzeit ca. 3.000 Schlüsselwörtern enthält. Die Liste der gesperrten Wörter enthält zu einem großen Teil Namen populärer Künstler.

Sollte Sharman Networks es nicht schaffen die neue, "sicherere" Version der Software bis zum 5. Dezember fertig zu stellen, droht Stephen Peach, Chef der "Australian Record Industry Association" mit der Abschaltung des Kazaa-Netzwerkes. Betrachtet man die Realität, kann über diese Aussage allerdings nur müde gelächelt werden. Zum einen ist Kazaa ein weltweites Netzwerk, dessen Benutzer den Wegfall des australischen Raumes wahrscheinlich kaum wahrnehmen würden. Zum anderen werden die genannten Filtertechniken nur in die neuen Kazaa-Versionen integriert. Nutzer mit älteren Versionen können weiterhin unbeschwert suchen und saugen.