Die Firma Sharman Network, Betreiber des populären Filesharing Dienstes Kazaa, hat richtig Stress in Australien. Nach langem Rechtsstreit entschied ein Gericht, dass ab dem 5.12.2005 Filter in das Programm eingebaut werden müssen, die Copyright-Verletzungen vorbeugen ( wir berichteten). Dies sollte über die Sperrung von mehr als 3.000 Suchbegriffen bewerkstelligt werden. Nachdem es Sharman Network nun versäumt hat, entsprechende Filter zu integrieren, stehen australischen Nutzern harte Zeiten ins Haus.

Jeder Australier, der die Kazaa-Webseite ansurft, bekommt seit gestern nur noch folgende Meldung zu sehen: "Der Download des Kazaa Media Desktops [Anm. d. Red.: Dies ist die Client-Software des Kazaa-Netzwerkes] ist australischen Nutzern nicht gestattet.". Etwas weniger hart trifft es diejenigen, die bereits eine Version der Software nutzen. Die Nutzung ist zwar weiterhin uneingeschränkt möglich, allerdings mahnt die Meldung "Laut Gerichtsurteil ist die Nutzung des Kazaa Media Desktops für australische Bürger verboten [..]" zur Vorsicht.

Es kann davon ausgegangen werden, dass dieser Schwebezustand bis Februar nächsten Jahres anhält. Für diesen Zeitraum ist eine Anhörung angesetzt, bei der die Kazaa-Betreiber eine Lösung anstreben wollen. Gerüchteweise werkelt man dort bereits an der Integration eines als "audio fingerprinting" bekannten Systems. Obwohl dieses System möglicherweise maßgeblich zur Verringerung von Copyright-Verletzungen beitragen könnte, ist die australische Plattenindustrie nicht zufrieden. Stephen Peach, Chef der Organisation: "Sie [Sharman Networks] haben die Chance bekommen, das richtige zu tun - und sie haben sie weggeworfen."

So hart das alles klingt - zumindest für die Nutzer ändert sich in Zukunft wenig. Jedenfalls für den überwiegenden Teil, der den Dienst als Bezugsquelle von geschütztem Material nutzt. Der Kazaa Media Desktop ist bei weitem nicht nur über die offizielle Seite zu bekommen. Und der Download von Copyright-geschütztem Material war auch in Australien bereits vorher verboten. Nun stehen allerdings die (wenigen) User im Regen, die das Programm nur im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen genutzt haben.