Wirklichkeit ist was für Warmduscher. Computerspiele üben nicht zuletzt deswegen eine solche Faszination aus, weil sie die Realität negieren können und all das möglich machen, was der schnöde Alltag und physikalische Gesetzmäßigkeiten nicht erlauben: Welten retten zum Beispiel, Autos stehlen, oder von der Spitze eines Berges springen, dabei auf einem Düsenjäger landen, ihn mitten im Flug kapern und eine Kleinstadt zu Staub schießen. Willkommen in Just Cause 2.

Just Cause 2 - Rocket Launcher Jump Stunt13 weitere Videos

Nicht wenige Spieler nahmen den ersten Teil von Just Cause lediglich als GTA-Klon im Dschungelszenario wahr. Dabei hatte der Titel, neben zugegebenermaßen drögen Nebenmissionen, so viel mehr zu bieten als bloßes Kopierwerk: halsbrecherische Stunts, herrlich übertriebene Action und ein Gameplay, das mit Realismus so viel zu tun hatte wie ein Wochenende im CenterParc mit einer Tropensafari.

Just Cause 2 - In Deckung! Spaßgranate incoming

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Dieses Mal ist Rico Rodriguez auf der Jagd nach seinem ehemaligen Mentor.
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Stichwort Tropen: Spielte der Vorgänger noch ausschließlich auf dem Dschungeleiland San Esperito, haben sich die Entwickler für den Nachfolger mehr Abwechslung vorgenommen. Zwar finden die Geschehnisse von Just Cause 2 immer noch auf einer einzigen großen Insel statt, doch wechseln sich hier dichtes Laubwerk, schneebedeckte Berge, sengende Wüste und malerische Sandstrände in trautem Miteinander ab.

Dieses Mal verschlägt es den CIA-Agenten Rico Rodriguez nach Panau, wo er seinen kirre gewordenen Freund und ehemaligen Mentor aufspüren und zur Strecke bringen soll. Zu Beginn der Präsentation, die die Entwickler von Avalanche in einem Hamburger Kino auf der Großleinwand abhalten, stehen wir als Rico auf der Spitze eines Berges, genau in der Mitte der Insel, und werfen einen atemberaubenden Blick auf das Panorama des Inselstaates. Das blaue Meer erstreckt sich bis zum Horizont, tief unter unseren Füßen leuchtet uns das Grün des Dschungels entgegen, und in der Ferne lädt ein malerischer Strand zum Sonnenbaden ein.

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Schneebedeckte Gipfel, tropische Strände. Teil 2 wird abwechslungsreicher als der Vorgänger.
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Wir nehmen die Einladung an. Nehmen Anlauf. Und springen. Von der Bergspitze hinab in den gähnenden Abgrund. Die Luft pfeift um uns herum, während wir fallen und fallen, der Boden bedrohlich schnell näher kommt. Dann öffnen wir per Knopfdruck den Fallschirm und landen direkt auf dem Dach eines Autos, reißen die Tür auf, werfen den Fahrer hinaus und legen den Rest der Strecke mit seinem Gefährt zurück. Uns stockt der Atem. Doch das war erst der Anfang…

Spaßgranate mit Raketenwerfer

Just Cause 2 ist wild, überdreht, explosiv. Eine pure Spaßgranate – im Wortsinne. Den Dreh- und Angelpunkt des Gameplays, wiederum im Wortsinne, bildet der Wurfhaken von Protagonist Rico. Dieser lässt sich nun, anders als im Vorgänger, an jeder beliebigen Oberfläche anbringen, was zu Kunststückchen führt, von denen Spider-Man nur träumen kann. Während einer Schießerei in einer schäbigen Kleinstadt schleudern wir uns in Windeseile mit dem Haken auf das Dach einer Tankstelle, von dort aus weiter auf einen hoch gelegenen Wassertank, auf ein fahrendes Auto.

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Mitfahrgelegenheit: Rico kapert Hubschrauber und Düsenjäger mitten im Flug.
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Das Ganze geschieht mit einer Rasanz und Leichtigkeit, dass es schon für sich genommen Spaß macht – ganz ohne ein Spielziel zu verfolgen. In Kombination mit dem Fallschirm ergeben sich so gar völlig neue Methoden der Fortbewegung: Als einem der Entwickler während der Präsentation aus Versehen der Helikopter abschmiert, rettet er sich in letzter Sekunde mit dem Paraglider und legt den weiten Weg zum Zielort nun notgedrungen „händisch“ zurück, indem er sich schwebender Weise Wurf um Wurf mit dem Haken über Land zieht. Münchhausen hätte seine Freude gehabt.

Wie Spider-Man kann Rico seine Gegner aber auch am nächsten Laternenmast aufhängen oder sie ins Schlepptau eines Autos befördern und mit ihnen die Straße aufwischen. Besonders spektakulär: Einen vorbei fliegenden Kampfjet springen wir einfach mal so vom Boden aus an, genießen eine Weile auf den Tragflächen stehend die Aussicht und befördern dann den Piloten aus dem Cockpit, um selbst darin Platz zu nehmen. Anschließend suchen wir mit seinen Luft-Boden-Raketen eine Militärbasis heim. Würde „fette Explosionen“ einen Eintrag im Duden haben, ein Bild der folgenden Szene stünde daneben.

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Fette Explosionen: In Just Cause 2 kracht und rummst es im Sekundentakt.
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Doch auch ohne Düsenjäger unterm Hosenboden sorgt Rico für ordentlich Wumms: Seinen Raketenwerfer hat er wie eine Frau ihre Handtasche stets parat. Dieser jagt nicht nur den Gegnern eine Heidenangst ein, sondern gern auch mal die panauschen Benzinpreise in die Höhe, weil deren Tankstelle in die Luft. Haben wir schon „fette Explosionen“ erwähnt?